Everything's changed

by Siggi

Die ersten Sonnenstrahlen eines wunderschönen warmen Morgens Anfang Mai scheinen durch das Fenster direkt auf Hannahs Kopfkissen, auf dem sie noch ganz fest und friedlich schlummert. Sie ist bis zum Kinn zugedeckt und in ihre Decke rein gekuschelt, neben ihr ist ein leeres Bett, in dem schon seit 2 Wochen niemand mehr liegt, nämlich seit sie in L.A. im Hotel schlafen muss. Da sie ihr Fenster nachts immer geöffnet hat, wird sie durch das Zwitschern der Vögel draußen geweckt und öffnet langsam die Augen, sie dreht sich um und sieht auf ihren Nachttisch, wo ihr Handy liegt, um die Zeit zu sehen: 6.33 Uhr. Aha, in einer halben Stunde müsste sie also sowieso aufstehen, also kann sie sich nochmal umdrehen und versuchen noch ein bisschen zu schlafen. Doch plötzlich bemerkt sie etwas unter ihrer Decke und hebt sie verwundert ein Stückchen hoch um zu sehen, was es ist. Sie holt es hervor und legt es neben sich aufs Bett – es war ihr Teddy, den sie wahrscheinlich in der Nacht unter die Decke gezerrt haben muss. Sie sieht ihn eine Weile an und erinnert sich, wie sie ihn damals bekommen hat: es ist schon über 3 Jahre her, da hat Paul ihn ihr geschenkt, als er das 1. Mal nicht über Nacht bei ihr bleiben konnte, weil er mit den anderen Jungs der Band ein Fotoshooting hatte und damit sie nicht so allein ist, sollte das ihre Begleitung für diese Nacht sein. Meine Güte, wie lange ist das jetzt her seit sich Band getrennt hat? Ach ja, diesen Monat sind es schon 2 Jahre! Ganze 2 Jahre muss sie nun schon ohne die anderen der Band auskommen, ganz schön lange, wenn man bedenkt, was die anderen, im Gegensatz zu ihr, in dieser Zeit schon alles geschafft haben. Rachel arbeitet schon an ihrem 3. Album (nach 2 sehr erfolgreichen versteht sich) und hat schon einige Preise eingeheimst, Jo und Tina machen demnächst eine Single zusammen, die dann auf den jeweiligen neuen Alben der beiden drauf sein wird, Bradley ist erfolgreich im Rappen und ist auch gerade im Studio mit seinem 2. Album beschäftigt, Jon ist im Theatergeschäft ganz groß im Kommen, Paul macht erfolgreiche Rockmusik und sie? Sie hatte gerade mal 2 mehr oder weniger „großzügige“ Rollen in kleineren Filmen, die noch nicht mal beim Golden Globe als „schlechteste Kurzfilme“ (nichts gegen die Filme) erwähnt werden. Ist es denn überhaupt sinnvoll auf gute Filmangebote zu warten? Sollte sie nicht lieber doch zurück ins Musikgeschäft gehen? Dort hätte sie vielleicht mehr Glück? Doch jetzt fällt ihr ein, dass sie heute Mittag, nach dem Beenden einer heißen Liebesszene mit ihrem Filmpartner, endlich wieder für ein paar Tage heim fliegen darf, was natürlich ihre Laune etwas bessert. Eigentlich wäre sie jetzt schon längst am Set, aber da ihr Filmpartner vorher noch ein paar Außendrehs hat, durfte sie 2 Stunden länger schlafen, was aber nicht wirklich viel gebracht hatte, da sie gestern Nacht ewig nicht einschlafen konnte und nun schon wieder so zeitig wach ist! Was würde sie denn jetzt normalerweise machen? Ach ja, sie hätte eine Art Frühstückspause und könnte sich im Cateringbereich am Set ausruhen und ein leckeres Marmelade- und Käsebrötchen mit einem großen Kaffee genießen. Doch plötzlich wird sie aus ihren Gedanken gerissen, als ihr Handy klingelt. „Wer ist das denn?“, sie setzt sich auf und nimmt es vom Nachtschrank, um zu ran zugehen. „Ja?“ fragt sie noch immer ganz verschlafen in den Hörer, „Morgen Süße, ich bins, hab ich dich etwa geweckt?“, es ist Paul, na klar, sie hatte ihm ja vergessen zu sagen, dass sie heute länger schlafen kann, „Nee, hast du nicht! Morgen Pauly, was machst du grade?“, „Ich bin mit Jon in einem Café, er hat heute den ganzen Tag frei und da dachten wir uns, gehen wir doch mal zusammen was essen! Schöne Grüße von ihm! Warum bist du nicht am Set?“, „Ja, sag ihm liebe Grüße zurück! Naja, Patrick (die andere Hauptrolle) hat ein paar Außendrehs und deswegen durfte ich länger schlafen. Aber wirklich gebracht hat es nicht viel, ich bin immernoch todmüde!“, „Aww, wann musst du denn aufstehen?“, „Halbe Stunde, naja, eigentlich sind es bloß noch 20 Minuten, dabei könnte ich jetzt noch stundenlang schlafen!“, „Du kannst doch heute Nacht zu Hause schlafen und ich pass dann auf dich auf, dass dich niemand dabei stört.“, „Ich komme doch erst morgen Früh und soweit ich weiß hab ich morgen in London noch ein paar Interviews und Fotoshootings und Interviews und Fotoshootings und Interviews und so weiter und so weiter, du weißt ja, wie das ist!“, „Mmh, sag mal, wann entlassen sie dich denn heute eigentlich?“, „Wenn die Szenen heute im Kasten sind und das kann eine Weile dauern, immerhin handelt es sich um keine alltäglichen Dinge...“, „Na doch, für manche ist das alltäglich! Es sind ja nicht alle ständig wochenlang getrennt so wie wir!“, „Sag mal, kann es sein, dass du neidisch auf Patrick bist?“, „Nein, wäre ich niemals! Immerhin muss er mit dir die ganze Sache nur spielen, ich darf...“, „Paul? Es reicht jetzt! Ich hab schon Bammel genug vor der Szene, da musst du dich nicht auch darüber lustig machen!“, „He, ich mache mich nicht darüber lustig, ich bin nur einfach etwas beleidigt, dass ich nicht die Szene mit dir machen darf, das ist alles!“, „Wir können die dann zu Hause nachholen, nur eben viel besser und heißer als hier, versprochen!“, „Aber du kommst doch erst morgen Früh an und dann tust du doch schlafen, wann soll das denn werden?“, „Mal sehen, wir haben ja ganze 3 Tage Zeit, da wird sich schon eine Gelegenheit finden. Lass dich doch einfach überraschen, ok?“, „Na gut, überredet! Du Hannah Mäuschen, Jon und ich müssen noch weiter, also dann, wir sehen uns ja spätestens morgen Früh. Ciao meine Süße, machs gut, ich liebe dich!“, „Ja, ich liebe dich auch, bis morgen!“. Sie legt auf und entschließt sich dann, doch schon aufzustehen, obwohl es nun immernoch knapp 15 Minuten sind, die sie hätte noch liegen bleiben können. Also geht sie in das kleine Badezimmer, duscht, putzt Zähne, zieht sich an und macht sich dann etwa eine halbe Stunde später auf den Weg ans Filmset. Gegen 5 Uhr nachmittags sind dann alle Liebesszenen geschafft und Hannah kann in ihr Hotelzimmer zurück, um ihre Sachen einzupacken und nach Hause zu fliegen. Am Flughafen angekommen macht sie sich schonmal auf 11 lange Stunden Flug gefasst, 11 lange Stunden allein im Flugzeug, dann noch ein langer 10-Stundentag gefüllt mit Interviews und Fotoshootings und dann kann sie sich endlich todmüde in ihr kuscheliges Bett zu Hause kuscheln und durchschlafen, bis sie entweder von Paul ganz lieb geweckt wird, oder aufwacht, weil sie Hunger hat! So gibt sie also ihr Gepäck ab, löst ihr Ticket ein und setzt sich auf ihren Platz, der sich – wie es sich für einen Filmstar gehört – in der 1. Klasse befindet. Da sie keinen Nachbarn hat, stellt sie sich also auf wirklich lange lange 11 Stunden ein und beschließt, erst ein bisschen Discman zu hören, bis sie schließlich einschläft. Etwa um Mitternacht wacht sie plötzlich auf, weil jemand wie wild geworden herum kreischt. Ein kleines Mädchen, was mit seinen Eltern vor ihr sitzt, muss aufs Klo und hat sie beim Vorbeigehen erkannt und ist ganz aufgeregt, da sie früher mal ein S Club 7-Fan war. „Mama, Mama, guck mal, schnell! Guck mal, wer hier ist!“, Hannah sieht sie noch völlig verschlafen an und bemerkt im 1. Augenblick gar nicht, dass sie gemeint ist, „Wer ist denn da, Schätzchen? Mach ein bisschen leiser, hier schlafen doch alle Leute schon! Es ist mitten in der Nacht! Komm schon, geh auf Toilette und komm dann wieder her, aber leise!“ versucht die Mutter, die Kleine zu beruhigen, doch schon zu spät, alle anderen, die schon im Traumland verschwunden waren, sind nun wieder hellwach. „Mama, kann ich ein Autogramm haben? Bitte!“ bettelt die Kleine, „Da musst du nicht mich fragen, sondern sie! Hier, da hast du ein Blatt Papier und einen Stift, geh hin und frag selber!“, ihre Mutter gibt ihr was zum Schreiben und das Mädchen klettert am Sitz hoch, um Hannah wegen einer Unterschrift zu fragen. „Kann ich bitte ein Autogramm haben?“ fragt sie ganz lieb, „Klar doch, wie heißt du denn?“, Hannah setzt sich auf und nimmt das Schreibzeug, „Kerry!“ antwortet das Mädchen begeistert, das würde ihr niemand glauben, dass Hannah von S Club 7 im Flugzeug direkt hinter ihr saß, „Ok Kerry, hier ist dein Autogramm!“, sie lächelt sie an und gibt es ihr hin und Kerry strahlt übers ganze Gesicht, „Dankeschön!“, dann gibt sie es ihrer Mutter und geht aufs Klo. „Vielen Dank und verzeihen Sie bitte, dass sie Sie um so eine Zeit geweckt hat!“ entschuldigt sich die Mutter bei Hannah, doch sie ist es ja eigentlich (noch) gewöhnt, rund um die Uhr von kleinen Kindern verfolgt zu werden, „Ach, kein Problem, ist schon ok!“, dann dreht sie sich wieder zum Fenster und versucht wieder einzuschlafen. Gegen 4 Uhr morgens dann wacht sie schließlich wieder auf, weil das Flugzeug demnächst landen wird und nun alle Passagiere darauf aufmerksam gemacht werden, sie macht sich dann bereit zum Aussteigen und schon eine knappe halbe Stunde später holt sie ihr Gepäck ab. Es tut ihr ein bisschen leid, dass Paul schon so früh raus muss, um sie abzuholen, aber er wollte es ja unbedingt so, also hat sie ihn nur kurz angerufen, als sie gelandet ist und nun wartet sie, dass er bei ihr ist. Nach nicht mal 20 Minuten auf einer Bank sitzend und auf ihn wartend, merkt sie dann auch schon, wie jemand seine Hände von hinten sanft auf ihre Augen legt, Hannah dreht sich erschrocken um und wer ist da? Paul! Sie springt auf und eilt auf ihn zu, „Paaaaauuul!“, sie springt ihm um den Hals und er umarmt sie total happy, „He, hi Hannah Süße! Aww, Mann, hab ich dich vermisst!“, „Ich hab dich auch vermisst!“, er gibt ihr einen dicken Schmatzer auf die Wange und die beiden gehen Richtung Parkplatz. Auf dem Nachhauseweg erzählen sie sich dann, was sie so alles in den letzten 2 Wochen getrieben haben und was sie in den nächsten Tagen machen wollen und schon kurz darauf kommen sie zu Hause an. Während Paul ihr Gepäck trägt, schließt sie die Tür auf und kaum das sie drin ist, lässt sie sich völlig fertig auf die Couch fallen. „Oh Mann bin ich müde! Ich könnte jetzt hier sofort einschlafen!“, „Lass doch einfach deine Termine sausen und geh ins Bett! Ich komme auch mit, damit du nicht so alleine bist!“ grinst Paul und setzt sich neben sie, „Hättest du wohl gerne, was? Kommt gar nicht in Frage, ich erledige nachher die ganzen Sachen und dann hab ich bis übermorgen Abend Zeit durchzuschlafen! Ganz einfach.“, „Auch gut, dann verpasst du zwar das Beste, aber wenns dich glücklich macht...“, Hannah lehnt sich an, legt ihren Kopf auf seine Schulter und schließt die Augen, um sich noch ein bisschen auszuruhen. „Sag mal, hast du auch Hunger? Ich bin nämlich ein bisschen hungrig irgendwie.“ fragt sie, immernoch mit geschlossenen Augen, „Eigentlich nicht, aber bleib ruhig hier, ich hol dir was, ok?“, Paul küsst sie auf die Stirn und geht in die Küche, um etwas zu essen zu holen, „Paul? Weißt du was? Ich leg mich jetzt noch mal hin, weckst du mich dann in 2 Stunden?“, sie steht auf und folgt ihm in die Küche, „Klar, ich komme auch nochmal mit ins Bett, ich bin auch noch müde, immerhin musste ich wegen dir mitten in der Nacht raus!“, „He, ich hab dich nicht drum gebeten! Du wolltest, dass ich dich anrufe!“, „Ich weiß, außerdem hab ich nicht gesagt, dass ich das nicht gerne mache!“, er steckt ihr eine Weintraube in den Mund und geht ins Schlafzimmer, wo er dann auf sie wartet. „Na he, du hast es aber eilig mit dem Schlafen!“ bemerkt Hannah amüsiert, als sie auch ins Schlafzimmer kommt, „Wieso? Hast du etwa jetzt noch vor duschen zu gehen? Das kannst du doch nachher auch noch machen!“, er kriecht unter seine Decke und sieht Hannah beim Ausziehen zu, „Nee, ich meinte bloß, weil du so schnell ausgezogen warst! Hast du denn gar nix drunter gehabt?“, „Na doch, aber bloß Unterhosen, ich brauche eben nicht so viele Klamotten wie ihr Mädchen immer!“, „Naja, ich muss jetzt schlafen, gute Nacht!“, sie kriecht auch unter ihre Decke und dreht sich um, „Nacht!“ meint Paul und küsst sie nochmal, bevor er sich auch nochmal umdreht. „Du, Paul?“, Hannah dreht sich doch zu ihm um und kriecht zu ihm unter die Decke, „Was denn? Wolltest du nicht schlafen?“, „Eigentlich schon, aber mein Bett ist irgendwie kalt!“, „Ach und jetzt soll ich dich wärmen, oder wie?“, „Ja, genau!“, „Na dann komm her!“, er legt seinen Arm um sie und sie kuschelt sich an ihn heran, dann schmusen sie noch eine Weile und sind nicht mal 5 Minuten später auch schon eingeschlafen. Als dann knapp 2 Stunden später auch schon der Wecker klingelt, wacht Paul schließlich auf und macht ihn aus, dann dreht er sich zu Hannah um und versucht sie liebevoll zu wecken. „Hannah, he, wach auf!...“ flüstert er und streichelt ihre Wange, „...Komm schon, du musst aufstehen!“, erst als er sie zärtlich küsst, öffnet sie dann langsam die Augen, „Was, schon? Wie spät ist es denn?“ fragt sie noch ganz verschlafen, „Gleich halb 7! Los, komm, aufstehen!“, sie verdreht die Augen und steht dann doch schweren Herzens auf, „Ok!“. Als Paul sich gerade hinsetzten wollte, um aufzustehen, drückt Hannah ihn sanft wieder ins Kissen zurück und küsst ihn, was er auch sofort erwidert und so tauschen die beiden erstmal ein paar heiße, leidenschaftliche Küsse, bis Hannah dann auffällt, dass sie jetzt lieber doch aufstehen sollte, „So, ich springe jetzt mal kurz unter die Dusche, bleibst du noch liegen, oder stehst du mit auf?“ fragt sie, während sie schonmal ins Bad geht, „Ich komme mit! Also, mit duschen!“ antwortet er und folgt ihr ins Bad. Die beiden duschen und nach kurzer Zeit ist Hannah dann auch schon fertig, um zum 1. Termin aufzubrechen, „Und was wirst du den ganzen Tag so schönes anstellen?“ fragt sie, als sie ihre Jacke und Schuhe anzieht, „Och, mal sehen, wann kommst du denn heute heim?“, „Keine Ahnung, ich versuche mich zu beeilen, dass ich schon heute Nachmittag wieder da bin, ok?“, „Mach das, ich hab nichts besonderes vor heute. Aber meine Mum wollte heute Abend, vielleicht auch schon am späten Nachmittag, mal hier vorbeischauen. Du hast doch nix dagegen, oder?“, „Wieso sollte ich? Du weißt, dass ich deine Mum super gut leiden kann! Aber trotzdem, ich muss jetzt los, also, mach mir hier keine Dummheiten, ich beeile mich! Machs gut Pauly, wir sehen uns dann heute Nachmittag oder heute Abend, je nach dem, wie lange die ganze Sache dauert!“, Paul geht mit ihr zur Tür und küsst sie nochmal, „Ja, bis heute Abend Liebling! Machs gut!“, dann geht sie zu ihrem Auto und macht sich auf den Weg. Gegen halb 6 abends hat Hannah dann alle Termine erledigt und kommt völlig erschöpft zu Hause an, als sie zur Tür rein kommt, riecht sie schon das Abendessen, was Paul für die beiden gemacht hat, sie hatte ihn vorhin angerufen, dass es doch länger dauern wird und sie nicht vor 5 Uhr zu Hause sein wird. „Mmmmmh, das riecht aber gut hier! Was gibt's denn zu essen heute?“ fragt sie neugierig, als sie die Küche betritt, „Tja, was denkst du denn? Rate mal, was könnte ich denn gemacht haben?“, „Weiß nicht, riecht wie...“, sie guckt in den Kochtopf, da sie den Geruch so irgendwie ganz und gar nicht zuordnen kann, „...Spaghetti?“ fragt sie dann verwundert, seit wann riechen Spaghetti denn so gut? „Ja, auf die typische italienische Art, wie sie meine Mum immer macht! Ich dachte, sie würde sich vielleicht freuen, wenn sie nachher vorbei kommt,“, Paul zieht sie an sich heran und küsst sie zärtlich auf die Nase, „Aha, guter Gedanke! Hat sie nochmal angerufen, wann sie kommen will oder lassen wir uns überraschen?“, „Nein, hat sie nicht, wir werden uns wohl überraschen lassen müssen! Aber wir können ja trotzdem schonmal essen, oder?“, er nimmt 2 Teller und setzt sie auf den Tisch, während Hannah das Besteck raus sucht. „Ok, ich bin nämlich schon am Verhungern! Deine Mum wird das schon verstehen, immerhin musste ich heute Schwerstarbeit leisten!“, „Ich glaube eher, dass ihr die Begründung endlich mal wieder ein schönes Abendessen zu zweit besser gefallen wird, aber das Essen ist eh kalt bis sie hier ist, also können wir jetzt wirklich unbeschwert anfangen!“, so genießen die beiden schonmal ihre Spaghetti und warten dann im Wohnzimmer auf Pauls Mum. „Kommt heute irgendwas Gutes in der Glotze?“ fragt Hannah, als sie den Fernseher anmacht, „Weiß nicht, eigentlich bräuchten wir gar nix gucken, wenn Mum nachher kommt, guckt doch eh keiner mehr hin.“, er setzt sich zu ihr auf die Couch und nimmt ihr die Fernbedienung aus der Hand. „Stimmt! Was sollen wir also in der Zwischenzeit machen?“, „Ich hätte da schon eine Idee...“, er zieht sie zu sich rüber und Hannah setzt sich auf seinen Schoß und zwar so, dass sie ihn anguckt, damit sie in aller Ruhe knutschen können, doch nach nicht mal 2 Minuten drückt sie ihn am Oberkörper sanft nach hinten, knöpft ihm langsam sein Hemd auf und Paul versucht, ihr das Top auszuziehen, als plötzlich...“Oh nein, Mum, wieso musst du ausgerechnet jetzt hier aufkreuzen?“ meint er genervt und Hannah steht auf und öffnet die Tür. „Hi Liz, schön dich zu sehen!“ begrüßt sie Pauls Mum, „Hallo Hannah, wie geht's dir?“, Liz kommt rein und schließt die Tür hinter sich, „Gut, danke! Paul? Deine Mum ist da!“ ruft sie Paul zu und er kommt auch gleich, allerdings mit etwas falsch zugeknöpftem Hemd, in den Flur. „Hi Mum, wieso kommst du erst so spät?“, „Hallo Paul! Es ging nicht eher, tut mir leid! Aber wie ich sehe, habt ihr heute nicht mehr mit mir gerechnet...“ weist sie ihn auf sein Hemd hin und Hannah und er sehen verwundert an ihm runter. „Ähm...doch schon, aber wir...“ stottert er, doch seine Mum hat dafür schon Verständnis und lächelt bloß, „Ist doch ok, ich hab doch gar nichts gesagt. Ich hoffe, ich habe euch nicht gestört!“, „Ähm, doch, eigentlich schon, aber wir haben ja noch genug Zeit, das nachzuholen!“ meint Hannah und alle 3 gehen ins Wohnzimmer zurück. Ein paar Stunden später sind alle, vor allem Hannah dann so müde, dass Paul beschließt, sie sollten lieber ins Bett gehen, also wollen sie sich von seiner Mum verabschieden. „He, was ist denn los? Müde?“ fragt er, als Hannah gähnt und sich ein Auge reibt, „Mmh, aber es geht schon, ich werde nicht gleich vom Stuhl fallen!“, „Na wenn du müde bist, musst du ins Bett gehen! Also los, ab in die Kiste!“ versucht auch Pauls Mum sie zu überreden, „Aber...“, „Nichts da, du hattest schon gestern eine lange, unangenehme Nacht im Flugzeug. Also, geh ins Bett und schlaf richtig durch! Außerdem ist es schon spät, los, ab und keine Widerrede!“, wenns um sowas geht, ist Paul echt streng und kennt keine Gnade, „Na gut, ihr kommt ja klar hier, oder?“, „Sicher, ich fahre eh gleich heim, damit du deinen Paul für dich alleine hast! Also los, geh ruhig ins Bett!“, „Ok, dann gute Nacht, komm gut nach Hause! Nacht Pauly, ich bin bestimmt schon eingeschlafen, wenn du kommst, also mach dann bitte leise, ja?“, sie verabschiedet sich von Pauls Mum und gibt Paul ein Küsschen auf die Wange, „Mach ich, Nacht, schlaf gut! Und träum süß!“ lächelt er und Hannah geht in Richtung Badezimmer. Doch auf dem Weg dahin kommt sie am Fenster vorbei und sieht zufällig nach draußen: ein starker Sturm, den sie vor lauter Gequatsche gar nicht bemerkt haben! „Ähm...Paul?“ ruft sie ihm nochmal zu und er kommt sofort zu ihr, „Ja? Was gibt's?“, „Sollte deine Mum nicht lieber hier bleiben bei dem Wetter? Sieh mal raus!“, sie deutet nach draußen und Paul sieht, was sie meint. „Ja, du hast Recht! Mum?..“ wendet er sich jetzt an seine Mutter, „...Fahr lieber jetzt nicht heim, du kannst hier auf der Couch schlafen! Wenn du willst schlafe ich auch auf der Couch und du in meinem Bett, Hannah schmeißt dich schon nicht raus!“ versucht er, seine Mum von der spontanen Übernachtung zu überzeugen, „Meint ihr wirklich? Ich meine, mache ich euch keine Umstände, wenn ich hier bleibe?“, Pauls Mum ist das irgendwie unangenehm, sie weiß doch, dass die 2 lieber allein sein wollen, immerhin haben sie sich 2 Wochen nicht gesehen. „Ach Quatsch! Du doch nicht! Du kannst ruhig hier bleiben, wir bleiben doch auch oft bei dir!“ testet jetzt auch Hannah ihre Überredungskünste, „Ähm...na gut! Aber morgen Früh nach dem Frühstück mache ich gleich wieder los, nur damit das klar ist!“, „Ja ja, ist ja gut! Trotzdem Han, ab mit dir ins Bett jetzt!, los!“, Paul schiebt sie in Richtung Badezimmer und während sie duscht besprechen er und seine Mum, wer nun wo schläft. Nach ca. 1 Stunde sind dann auch schon alle fertig fürs Bett und es wurde sich so geeinigt, dass Paul doch in seinem Bett schlafen kann, also schleicht er sich ins Schlafzimmer, damit er Hannah nicht aufweckt. „Deine Mum schläft also draußen?“ fragt sie plötzlich, „Ja, hab ich dich etwa geweckt? Oh sorry Süße!“, „Nee, ich kann nicht schlafen, ich bin zwar hundemüde aber es geht einfach nicht!“, „Aww, komm her...“, er kriecht in sein Bett, rutscht zu ihr rüber und legt seinen Arm um sie, „...Hier, ich wärm dich jetzt ein bisschen und dann schläfst du ganz schnell ein, du wirst schon sehen!“, „Na wenn du meinst...“, sie kuschelt sich an ihn heran und er gibt ihr ein Gute Nacht Küsschen. Doch aus dem kleinen Küsschen wird ganz schnell ein wildes Geknutsche und als Paul mit seiner Hand über Hannahs Oberkörper streichelt, bleibt er an ihrem T-Shirt hängen und schiebt es (aus Versehen natürlich nur) mit nach oben, als sie plötzlich abblockt, „He, deine Mum ist draußen! Was soll sie denn denken, wenn wir hier...du weißt schon!?“, „Das war doch gar nicht so gemeint! Aber was soll sie schon denken? 1. schläft sie schon und 2. kann ihr das doch egal sein, sie war doch auch mal jung und hat sowas gemacht! Wir müssen uns nur ein bisschen zusammenreißen mit dem Leisesein und dann hört sie uns auch nicht!“ flüstert er und küsst sie, mit dem Versuch sie zu überzeugen, ganz zärtlich am Hals, „Na gut, aber wenn sie was mitkriegt, ist es deine Schuld!“, „Ich glaube, damit kann ich ganz gut leben...“ und nicht mal 3 Minuten später herrscht draußen immernoch ein heftiger Sturm und drinnen schon eine heiße ähm...Showeinlage! Doch Pauls Mum schläft noch nicht, nicht weil sie die 2 hört, sondern weil sie etwas friert, da die Decke auf der Couch doch ziemlich dünn ist. Sie hat ja keine Ahnung, dass Hannah doch noch nicht schläft und überlegt, ob sie nicht nochmal schnell zu Paul rein geht, um ihn wegen einer Decke zu fragen, bevor er eingeschlafen ist und sie ihn erst aufwecken muss, also steht sie auf und geht zur Schlafzimmertür, erst zögert sie einen Moment, ob sie anklopfen sollte, aber nein, damit würde sie vielleicht Hannah wecken, also geht sie einfach rein..., „Mum! Raus hier!“ schreit Paul plötzlich total erschrocken, „Äh...Entschuldigung!“ ruft sie und macht schnell die Tür wieder zu! Erst als Paul geschrien hat, hatte sie bemerkt, was eigentlich los war und jetzt ist es ihr natürlich unglaublich peinlich, das hatte sie ja nun wirklich am Wenigsten gewollt und auch am Wenigsten ahnen können! „Oh Gott...“meint Paul fassungslos und sucht sich schnell seine Boxershorts, um seiner Mum die ganze Sache zu erklären und auch Hannah ist alles furchtbar peinlich und so lässt sie sich nur völlig sprachlos und geschockt in ihr Kissen sinken und sieht ihn kopfschüttelnd an. Er geht raus zu seiner Mum und setzt sich zu ihr auf die Couch, „Mum, das...das tut mir leid, aber...was wolltest du denn da drin?“, „Ich wollte wegen einer Decke fragen, weil diese hier zu dünn ist, aber ich konnte ja nicht wissen, dass ihr...ähm beschäftigt seid! Hätte ich es gewusst, hätte ich mir auch selbst eine suchen können!“, „Ist ja schon gut, hättest du nicht wenigstens anklopfen können?“, „Ich dachte doch, dass Hannah schon schläft und wollte nicht riskieren, sie damit aufzuwecken, aber hätte ich es doch mal lieber gemacht...aber das hättet ihr doch eh nicht gehört!“ versucht sie jetzt, den Zwischenfall etwas lockerer zu betrachten. „Ha-ha! Oh Gott, weißt du eigentlich, wie wir erschrocken sind?“, „Ja, ich habe es ja gesehen! Tut mir wirklich leid!“, „Naja, dann hole ich dir jetzt mal lieber eine dickere Decke, oder soll ich nicht doch lieber hier draußen schlafen? Meine Decke ist dicker, da frierst du bestimmt nicht!“, „Ja klar, jetzt ist sie ja richtig angewärmt, nach eurer heißen Aktion da drin! Sah übrigens gar nicht mal so schlecht aus...aahh“, in diesem Moment haut Paul ihr leicht ein kleines Kissen an den Kopf, „Na sag mal, jetzt reicht es aber, du hast ja wohl mehr als genug gesehen!“. Auch Hannah hat sich jetzt wieder einigermaßen beruhigt und kommt raus zu den beiden, „He Hannah, das tut mir wirklich leid, das war ehrlich keine Absicht!“ entschuldigt sich Pauls Mum bei ihr, „Schon ok, ich habe ja von Anfang an gesagt, dass das passiert, aber nein...auf mich hört ja keiner!“ sie sieht Paul an, der genau weiß, was dieser Blick zu bedeuten hat, „Ja ok, ich gebe ja zu, du hattest Recht! Aber konnte ich ahnen, dass sie wirklich rein kommt? Außerdem gehören da immer 2 dazu! Du hast genauso mitgemacht, also gib mir nicht alleine die Schuld!“, da fällt Hannah die Decke ein, die sie gleich mit raus gebracht hat, weil sie drinnen alles gehört hatte, „Ach so, ja, hier die Decke, damit du nicht nochmal rein kommen musst! Obwohl...die Stimmung ist eh hin, also wäre das ja jetzt auch egal!“, sie gibt ihr die Decke und macht sich wieder auf den Weg in ihr Bett, „Danke, gehst du wieder schlafen?“, „Ja, ich bin jetzt wirklich so müde, dass mir gleich die Augen zufallen, also gute Nacht!“, „Nacht, schlaf gut!“ rufen Paul und Liz gleichzeitig und als Liz sich gerade zudecken will, um in Ruhe auf der Couch zu schlafen, zieht Paul ihr die Decke weg und deutet in Richtung Schlafzimmer. „Platz da, ich schlafe jetzt hier, weil es hier ja wirklich etwas kühl ist! Du gehst in mein Bett, das ist ja angewärmt, hast du selber gesagt! Und keine Angst, Hannah hat garantiert genug, sie wird dich nicht anfallen!“, „Das hoffe ich doch! Wenn doch, dann rufe ich dich, dann kannst du sie mit raus nehmen, also dann, gute Nacht!“, „Nacht!“ und so schließt Pauls Mum die Tür hinter sich und krabbelt in das leere Bett (sie geht einfach mal davon aus, dass das freie Bett Pauls ist) und versucht zu schlafen. Der Sturm geht die ganze Nacht und scheint immer schlimmer zu werden, so kommt es, dass aus dem starken Wind jetzt ein richtiges Unwetter mit heftigen Regenfällen und Gewittern geworden ist. Paul, der ja nun auf der Couch schläft, (ok, er versucht es zumindest) macht sich etwas Sorgen, wie hoch die Schäden am nächsten Morgen wohl sein werden, wenn die Sonne erstmal wieder scheint, aber so muss er wenigstens nicht mehr daran denken, was bis vor knapp 1 Stunde noch hier los war und das er jetzt eigentlich, wenn er doch auf Hannah gehört hätte, in seinem Bett liegen würde und sicherlich tief schlafen würde. Seine Mum und Hannah dagegen sind schon längst eingeschlafen und liegen in ihre (bzw. in Pauls) Decke gekuschelt zusammen im Schlafzimmer und träumen (oder auch nicht) süß. Doch plötzlich schrecken alle 3 zur gleichen Zeit hoch als es ein lautes Krachen gibt und so stürmen alle 3 zum Fenster und sehen, was passiert ist: ein Blitz ist ins obere Geschoss des Hauses, in welchem sie im 3. Stock wohnen, eingeschlagen und so ist es in Flammen aufgegangen! „Los Leute, schnell raus hier!“ brüllt Paul und während er sich noch schnell eine Jacke holt (weil er ja nur Unterhosen anhat), damit er oben rum nicht friert, eilen Hannah und Liz schon zur Tür, ziehen sich schnell die erstbesten Schuhe an und rennen in den Hausflur, „Warte! Wo ist Paul?“ fragt Hannah verwundert, „Er kommt gleich, er wollte noch schnell was holen!“, doch da sehen sie ihn schon zur Tür herausstürmen und auf sie zulaufen, „Na was steht ihr denn noch so hier rum? Los, raus mit euch!“ treibt er sie an und zieht Hannah an der Hand, vorsichtig, aber trotzdem panisch, hinter sich her. Auch die anderen Bewohner des Hauses (die sich aus dem 4. Stock retten konnten, die über der brennenden Etage und die von unten) stürmen nach draußen und so entsteht im Treppenhaus ein regelrechtes Chaos, da jeder der 1. draußen sein will! „Paul, warte! Wir haben Liz verloren!“ ruft Hannah, als Pauls Mum plötzlich nicht mehr hinter ihnen ist, „Wo ist sie denn? Lauf du schonmal raus, ich hole sie!“, „Aber ich...“, „Nichts aber! Los, mach dich raus!“ ruft er und drängelt sich durch die Leute zurück, um seine Mutter zu suchen, also muss Hannah doch alleine weitergehen. „Hilfeee, Mamaaaaaa!“ hört sie plötzlich, wie ein kleiner Junge verzweifelt nach seiner Mama weint, er sitzt in einem Türrahmen und wurde wahrscheinlich vor Aufregung vergessen, „He, wo ist deine Mama?“ fragt sie ihn und hebt ihn hoch, „Weiß nicht! Mamaaaaaaaa, hilf mir!“ brüllt er herzzerreißend, „Na ok, dann komm mit, wir finden deine Mama schon!“ er krallt sich an ihrem Arm fest und so trägt sie ihn mit raus, wo er bestimmt seine Eltern findet. Inzwischen hat Paul seine Mum auch wieder entdeckt, sie hatten sich nur verloren, als die eine Familie aus der Wohnungstür geschossen kam (weil sie so gedrängelt haben) und so ist sie allein hinter allen anderen hergelaufen. „Wo ist Hannah?“ fragt sie, als sie fast unten sind, „Ich hab ihr gesagt, sie solle schon raus gehen, also müsste sie hier gleich auf uns warten!“, in diesem Moment kommen sie auch schon unten zur Haustür raus, doch Hannah ist nirgends zu sehen! „Hier Mum, setz dich hier irgendwo hin, ich such sie!“ meint Paul und läuft links ums Haus, in Richtung Hintereingang. „Hannah? He, wo bist du?“, keine Antwort, nur überall Angstschreie von Frauen und Kindern, aber Hannah kann er nirgendwo sehen! Er sieht hinauf zum 4. Stock, doch das Feuer hat sich schon viel weiter ausgebreitet, als er erwartet hatte! Es ist bereits bis in der 6. (Dachgeschoss) und oberhalb der 2. Etage und es hat sich schon starker Rauch entwickelt, so, dass zu den Hilfeschreien rundrum nun auch noch Hustenanfälle hinzukommen. „Paul! Wo ist Liz?“ fragt ihn plötzlich von hinten jemand und er dreht sich blitzschnell um, „Hannah? Gott sei Dank! Ähm sie ist drüben, wo warst du denn?“, „Ich hatte im Treppenhaus so einen kleinen Jungen gefunden, der seine Eltern in dem ganzen Trubel verloren hatte und hab ihn mit raus genommen! Er hat mit mir noch seine Eltern gesucht!“ erklärt sie ihm, „Gut, sonst alles in Ordnung bei dir?“, „Ja.“, Dann komm mit, wir gehen zu meiner Mum zurück!“. Gerade als die beiden losgehen wollten, bricht das Haus plötzlich von oben her ein und große brennende Balken krachen auf die Wiese, direkt auf sie zu! „Vorsicht!“ brüllt Paul und zerrt Hannah mit sich zur Seite, sie stürzen zusammen ins pitschnasse Gras und nicht mal einen halben Meter von ihnen weg kracht ein dicker, schwarzer Holzbalken auf den Boden und zerbricht! „Was war das denn?“ fragt sie verwundert und sieht zu den in Flammen stehenden Trümmerhaufen hinüber, „Ein Stück von Haus! Bist du in Ordnung?“, „Ja, ich hab mir nur den Ellbogen ein wenig aufgeschlagen, aber ist nicht so schlimm!“, „Na gut, wie du meinst.“, er hilft ihr beim Aufstehen und nimmt sie an die Hand, um so schnell wie möglich wieder zu Liz zurück zu gehen, doch durch die immernoch starke Rauchentwicklung können sie kaum was erkennen und müssen husten, was im Hals und vor allem in der Lunge verdammt wehtut! Der schüttende Regen hilft kein bisschen gegen die Flammen, im Gegenteil, er macht es der Feuerwehr, die inzwischen hartnäckig versucht, den Brand zu löschen, noch schwerer und mit dem Sturmwind ist es dazu noch saukalt! Als Paul und Hannah Liz erreichen, setzt Hannah sich zu ihr auf eine Decke (die aber schon so durchnässt ist, dass sie nicht wirklich viel nützt) und bibbert vor Kälte, „Frierst du?“ fragt Paul besorgt, als er sich neben sie setzt, „Ja, ein bisschen!“ antwortet sie mit den Zähnen klappernd, „Das sieht mir nicht aus wie nur ein bisschen! Komm her, hier!“, er zieht sich seine Jacke aus und legt sie ihr um die Schultern, „Nein, lass an, sonst frierst du doch!“ versucht sie sich zu wehren, aber Paul will nichts davon hören, „Zieh an, es bringt niemandem was, wenn du krank wirst! Ich bin abgehärtet, ich friere nicht so schnell, aber guck dich mal an, du bist doch völlig durchgeweicht, du kannst dir Gott weiß was holen!“, „Na gut!“, Hannah lehnt ihren Kopf an seine Schulter und er legt seinen Arm um sie, in der Hoffnung, sie ein bisschen aufwärmen zu können. „Mum? Frierst du auch?“ fragt er dann seine Mutter, die vom Notarzt eine Wärmedecke bekommen hat, „Nein, jetzt nicht mehr! Aber Hannah, komm mit hier drunter und gib Paul die Jacke wieder, ihr friert euch doch zu Tode!“ meint sie und rückt ein Stück zur Seite, damit Hannah mit unter die Isolierdecke kommen kann, „Ja, los Hannah, deck dich lieber damit zu, das ist auf jeden Fall wärmer als meine nasse Jacke!“ meint Paul streng und so rutscht sie schließlich mit drunter, vorher zieht sie Pauls Jacke wieder aus, damit er wenigstens nicht halb nackt hier sitzen muss. Dann rückt er ganz nah an sie ran, hält sie im Arm, sie legt ihren Kopf an seine Brust und die beiden sehen verzweifelt zu, wie das Haus, wo auch ihre Wohnung drin war, langsam verkohlt und in sich zusammenfällt. So vergehen etwa 20 Minuten, bis der größte Teil der Flammen unter Kontrolle ist, Hannah hat versucht, etwas zu schlafen, aber wegen dem ständigen schmerzhaften Husten durch den Qualm, konnte sie es einfach nicht und nun hat sie das Gefühl, mit jedem Hustenanfall dem Erstickungstod ein Stück näher zu kommen! Ihr Ellbogen, den sie sich beim Stürzen aufgeschlagen hatte, ist inzwischen angeschwollen und ganz blau und schmerzt schrecklich bei jeder kleinsten Bewegung! Auch Paul und seine Mum haben starken Husten, bei ihnen scheint es nur nicht ganz so schlimm zu sein, also kümmern sie sich ein bisschen um sie, Liz versucht den Notarzt zu finden und Paul wärmt sie, weil sie immernoch bibbert vor Kälte. „Paul?“ zittert sie, „Ja? Was ist denn?“, er ist sehr besorgt, aber er will sich das nicht anmerken lassen, weil er weiß, dass Hannah das nicht will, „Glaubst du, dass man an einer Rauchvergiftung sterben kann?“, er sieht sie schockiert an, „Wieso...ja, ich meine, nein, ich meine, ja, wäre möglich, aber du wirst doch nicht sterben! Meine Mum sucht dir schon einen freien Arzt, hier sind doch genug, die nichts zu tun haben! Bleib ganz ruhig liegen und sag nichts, sonst kannst du deinen Job bald vergessen!“, er deckt sie wieder richtig zu und wartet, dass seine Mum zurück kommt – hoffentlich mit einem Arzt. „Wo ist sie?“ hört er plötzlich eine männliche Stimme fragen, „Hier drüben!“, Liz weist den jungen Mann auf Hannah hin, der sich sofort zu ihr auf die Decke kniet und sie untersucht (soweit das auf die Schnelle möglich ist). „Und? Was hat sie?“ fragt Paul immernoch besorgt, „Schwer zu sagen im Moment. Sieht mir nach einer Lungenentzündung aus, die noch zusätzlich durch eine Rauchvergiftung verschlimmert wird, aber Genaues kann ich erst im Krankenhaus sagen, jetzt lässt sich das unmöglich exakt feststellen!...Ich bin sofort wieder da.“, er steht auf und eilt zu dem 1. Krankenwagen hinüber, der in der Nähe steht, meldet Hannah als Notfall an und kurz darauf kommt er schon im Begleitung eines Sanitäters, der eine Trage unterm Arm hat, und die beiden schaffen Hannah in den Krankenwagen. „Wollen Sie mitkommen?“ fragt der Arzt Paul, als er sieht, wie besorgt und ängstlich er ist, „Kann ich denn?“, „Natürlich! Und Sie da, kommen Sie auch mit?“, er hat bemerkt, dass es Pauls Mum auch nicht so super geht und es wäre ihm lieber, wenn sie mit ins Krankenhaus käme, nur so zur Sicherheit. „Wenn das geht, ich kann hier sowieso niemandem helfen, also in sofern...“, „Also los Mum, dann rein mit dir!“ drängelt Paul und die 2 steigen ebenfalls in den Krankenwagen rein. Ca. 10 Minuten später kommen sie im Krankenhaus an, Hannah kommt sofort in die Notaufnahme (wo dann festgestellt wird, dass sie tatsächlich eine leichte Rauchvergiftung und eine Lungenentzündung hat) und Paul und Liz werden gleich ambulant untersucht, da es bei ihnen nicht so schlimm ist. Nachdem Paul, der am Wenigsten abbekommen hat, fertig ist, darf er zu Hannah, doch die Freude, dass es ihr scheinbar so gut geht, dass er problemlos zu ihr kann, ist in dem Moment, wo er ihr Zimmer betritt wieder verschwunden, als er sieht, dass sie, so stark unterkühlt wie sie ist, an einem Beatmungsgerät hängt! Vorsichtig geht er zu ihrem Bett rüber und nimmt ihre eiskalte Hand, die scheinbar bewegungslos daliegt, aber als er sie berührt bewegt sie ihre Finger als wolle sie ihn festhalten und öffnet langsam die Augen, „Paul?“, kaum das sie ein Wort sagt (selbst wenn es nur ein kleines ist), bekommt sie erneut einen heftigen Hustenanfall! „Scht! Ganz ruhig! Ist doch gut, ich bin doch hier, du sollst doch nicht reden!“, Paul küsst sie zärtlich auf die Stirn und setzt sich auf einen Stuhl neben ihrem Bett. „Wo ist...deine Mum?“ hustet sie, „Draußen, sie wird noch untersucht, aber mach dir keine Sorgen um sie, sie ist fit! Du hast das Meiste abgekriegt, deswegen sollst du dich auch schonen, verstanden? Nichts sagen, nicht mal ein kleines Wörtchen, ok?...“, sie nickt und sieht ihn mit traurigem Blick an, „...Was ist denn los? Hast du was? Tut dir irgendwas weh? Soll ich nochmal einen Arzt holen?“, Paul reagiert gleich etwas panisch, er hat echt Angst um Hannah, doch das sie so betrübt ist, ist nicht weil ihr irgendwas wehtut, sondern weil sie ja nun keine Wohnung mehr haben. „Nein, ich...“, „Scht! Ruhig! Ist wirklich alles in Ordnung?...“, sie nickt wieder bloß und er setzt sich wieder hin, „...Na gut, aber wenn was ist, mach mich sofort drauf aufmerksam, ok?...“, irgendwie passt es ihr gar nicht, dass sie überhaupt nichts sagen darf, aber was solls, „...Du, meine Mum meinte, dass wir bis wir was Neues gefunden haben gerne bei ihr wohnen können. Ich meine, mir ist das zwar egal, aber sie kann sich sicherlich besser um dich kümmern, weil arbeiten kannst du so garantiert nicht, höchstens in einem Stummfilm! Ich rufe heute Nachmittag oder so bei deinem Regiseur oder wer da zuständig ist an und sage ihm, dass du für die nächsten 2 Monate krank geschrieben bist, ok?...“, 2 Monate??? Das ist aber verdammt lange! Aber wenns sein muss..., „...Sehr gut. Und solange die Ärzte noch kein OK geben, bleibst du schön im Bett und lässt dich von Mum und mir verwöhnen, einverstanden?...“, oh ja, wenn ich verwöhnt werde, kann ich das unter Umständen vielleicht aushalten. „...Super, ich wusste doch, dass du vernünftig bist! So und jetzt muss ich aber gehen, wir dürfen nicht hier bleiben, aber ich komm dich so schnell wie möglich wieder besuchen, versprochen! Also machs gut Liebling, gute Besserung und schlaf noch schön, ich liebe dich!“, Paul küsst sie nochmal kurz auf die Wange und geht dann raus, damit sie ihre Ruhe hat und sich erholt. Doch kaum ist er draußen hört er schon seine Mum, sie ist gerade fertig mit Untersuchen und wird heim geschickt. „Paul? Wie geht es ihr?“, „Naja, was willst du hören? Sie darf nicht reden, du kannst dir ja denken, dass ihr das gar nicht gefällt! Und mir scheint, als ob sie noch irgendwas bedrückt, aber da sie nichts sagen darf, weiß ich nicht, was es ist. Ich denke mal, es ist, weil sie nicht mehr arbeiten darf, zumindest für die nächsten 2 Monate nicht!“, „Naja, ich bin sicher, die Auszeit wird ihr auch mal gut tun. Ich meine, wenn sie keine Ruhepause bräuchte, hätte es sie bestimmt nicht so erwischt!“, die beiden machen sich auf den Weg zu Liz`s Wohnung, wo Paul und Hannah (sobald sie aus dem Krankenhaus raus darf) vorerst wohnen sollen und als sie nach knapp einer halben Stunde dort ankommen fallen sie fix und fertig ins Bett – Liz in ihrs und Paul auf die Couch. Den Nachmittag darauf fährt Paul allein ins Krankenhaus, er wollte, dass seine Mum zu Hause bleibt, damit sie sich von der letzten Nacht noch ein wenig erholen kann und damit Hannah nicht so gestresst wird. Kaum erreicht er die Station wo Hannah liegt, da kommt schon eine Schwester auf ihn zu geeilt, „Mr. Cattermole, Ihre Freundin wurde verlegt, sie liegt nicht mehr hier...“, „Was? Warum denn nicht? Was ist denn passiert?“, Paul weiß nicht genau, ob er das jetzt als gut oder doch als schlecht empfinden soll, „Sie hat heute Morgen gegen 7/8 Uhr Fieber bekommen und da wurde sie auf die Intensivstation verlegt! Erst dachten die Ärzte, es gehe allein wieder zurück, aber als es dann auf lebensbedrohliche 41° stieg, meinten sie, es wäre besser, sie unter ständiger Beobachtung zu behalten, also an Maschinen und so! Wir behandeln sie zwar mit einer starken Dosis Antibiotika, aber das Fieber macht die ganze Sache noch viel schlimmer, als sie schon ist, weil durch die Hitze im Körper trocknet er aus und somit kriegt sie keinerlei Flüssigkeiten und so könnte evtl. ihr Herz bald versagen!“ erklärt die Schwester ihm und Paul ist sichtlich geschockt, in ihm steigt die Angst, dass Hannah es nicht schafft. „Oh mein Gott, kann ich denn trotzdem zu ihr?“ fragt er vorsichtig, „Natürlich, aber nicht so lange und seien Sie vorsichtig, ihr Herz ist nur sehr schwach, jede kleinste Aufregung könnte gefährlich sein!“, „Ok, ich achte darauf, dass sie sich nicht aufregt oder sowas. Ich machs auch ganz kurz, ich will halt nur zu ihr.“, „Dann kommen Sie mit, ich bringe Sie zu ihr!“, er läuft hinter der Schwester her und mit jedem Schritt den er Hannahs Zimmer näher kommt, steigt in ihm die Angst noch mehr. Was wäre denn, wenn sie wirklich stirbt? Wie soll er denn ohne sie zurecht kommen? Er braucht sie doch! „So, hier ist ihr Zimmer, machen Sie bitte leise, sie schläft bestimmt!“, leise öffnet er die Tür und geht hinein, er traut sich nicht wirklich, sich zu ihr umzudrehen, weil er ehrlich gesagt nicht wissen will, wie sehr man Hannah die Strapazen ansieht. „Paul?“ hört er plötzlich ganz leise und schwach hinter sich, also dreht er sich um und geht zu Hannahs Bett hinüber, „Ja? Was ist denn? Ich bin doch hier, Liebling, was ist? Was hast du?“, vorsichtig nimmt er ihre, mit einem dicken Schlauch besetzte Hand, und sieht sie mitleidig an, „Ich...ich...“, kaum das sie ein Wort sagt, bekommt sie schon den nächsten Hustenanfall, doch nicht nur das, durch das kräftige Husten fängt ihr Herz an zu rasen und die Maschine, an die sie mit einem Kabel, das sie auf der linken Brust kleben hat, angeschlossen ist, piept plötzlich schneller und lauter! „Scht! Hannah, ganz ruhig! Du sollst doch nicht reden! Hier, schnell trink was!...“, er hält ihr ein Glas Wasser an den Mund und hält sie am Hinterkopf nach oben, damit sie sich nicht bematscht beim Trinken. Schon schlägt ihr Herz wieder langsamer und der Hustenanfall ist vorüber, „...So ist gut, schön vorsichtig trinken, ja nicht zu schnell! Siehst du? Schon wieder besser!...“, er setzt das Glas ab und stellt es wieder auf den Nachttisch, dann zieht er sich einen Stuhl ran und setzt sich neben sie ans Bett. „...Meine Mum hat gesagt, wir können bei ihr wohnen, solange, bis du wieder fit bist und wir eine neue Wohnung haben. Ist doch super, oder?“, Hannah lächelt ein bisschen und will gerade nach Pauls anderer Hand greifen, als eine Krankenschwester ins Zimmer kommt. „Mr. Cattermole? Es wäre jetzt wirklich an der Zeit, dass Sie sie allein lassen! Es tut mir sehr leid, aber Ihre Freundin braucht viel Ruhe!“, „Ähm ja, klar, natürlich, ich bin sofort weg, versprochen! Nur noch eine Minute, ok?“, „Na gut, aber nicht länger, ich muss sie untersuchen und Blut abnehmen und auch wenn Sie ihr Freund sind, muss ich Sie bitten, das Zimmer zu verlassen!“, „Ok, du hast gehört, was die Schwester gesagt hat. Ich muss jetzt gehen, aber ich komme morgen wieder, versprochen! Machs gut mein Schatz und halt die Ohren steif! Ich liebe dich!“, er küsst sie vorsichtig auf die Stirn und geht dann raus, damit die Schwester Hannah untersuchen kann. So vergehen ungefähr 2 Wochen und Hannah geht es nur langsam besser, sie kann zwar fast wieder problemlos so viel quatschen wie sie will, ohne gleich halb zu ersticken und auch ihr Fieber war nach knapp 3 Tagen wieder gefallen, aber ihr Herz ist noch immer nicht voll belastbar! Heute darf Hannah aus dem Krankenhaus nach Hause, also zu Pauls Mum, weil Paul nicht einfach ohne sie eine Wohnung aussuchen wollte und sowieso jeden Tag bei ihr im Krankenhaus war, also holen er und Liz sie jetzt ab. „Hast du jetzt alles?“ fragt Paul ungeduldig, als er und Liz ihr beim Sachen zusammensuchen helfen, „Ich denke schon. Also los komm, schnell raus hier!“, Paul nimmt ihre schwere Reisetasche und seine Mum hilft Hannah mit dem restlichen Zeug (also Jacke, Handtasche usw.). Nach ungefähr einer halben Stunde sind sie „zu Hause“ und Hannah wird erstmal zu mindestens einer Stunde Bettruhe verdonnert. Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf, einem langen Spaziergang und einem leckeren Abendessen liegen Paul und Hannah dann im Bett (Liz schläft jetzt im Wohnzimmer auf der Couch) und kuscheln und knutschen liebevoll. „Hast du dich schonmal wegen einer Wohnung für uns umgesehen? In der Zeitung oder so?“ fragt sie neugierig, es ist ja nicht so, dass sie was gegen Liz hat, im Gegenteil, aber sie will einfach mit Paul wieder eine eigene Wohnung haben, „Ja, aber angeguckt hab ich mir noch keine, weil ich das mit dir machen wollte, immerhin wäre es ja auch deine Wohnung! Aber wir können ja morgen mal zusammen gucken, ob uns irgendwo was gefällt, ok?“, „Ok und wenn uns was gefällt, dann gucken wir sie uns an, oder?“, „Ja klar! Am Besten wäre es natürlich, wenn wir gleich eine schöne Wohnung finden, damit wir so schnell wie möglich bei Mum raus kommen, aber auch nicht in irgend so einem Loch leben müssen!“, „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass es so ein Wunder wirklich gibt und wir gleich als erstes einen Volltreffer landen, oder?“, „Nein, aber ich hoffe es! Aber da fällt mir ein, dass in der einen Straße, unten an dem komischen Platz, du weißt schon wo ich meine, oder? Jedenfalls ist dort eine Wohnung frei und die sollen dort eigentlich ganz in Ordnung sein!“, „Dann lass uns doch morgen zu erst mal dahin gehen und die Wohnung angucken, wenn sie uns nicht recht ist, dann können wir ja weiter gucken!“, „Eben, wir gehen da morgen mal hin und wenn sie noch zu haben ist, gucken wir sie uns an! So, du solltest jetzt aber wirklich schlafen, also Ruhe jetzt, umdrehen und Augen zu!“ meint Paul plötzlich, als er sieht, dass es schon ziemlich spät ist. „Ok, dann gute Nacht Pauly, schlaf gut!“, „Ja, Nacht Liebling, träum was Schönes! Lieb dich!“, er lehnt sich zu ihr runter und küsst sie zärtlich auf den Mund, „Ich lieb dich auch!“ flüstert Hannah und kurz darauf sind beide dann auch schon eingeschlafen. Am nächsten Nachmittag machen sich beide auf den Weg zu der Wohnung, die als „noch zu haben“ ausgeschrieben ist. Als Paul gerade die Haustür aufmacht, kommt ihm ein Ehepaar mit 2 kleinen Kindern entgegen, gefolgt von einem Mann im Anzug und Koffer und schon hört er, worüber sie sich unterhalten...“Vielen Dank nochmal, die Wohnung ist wirklich sehr schön! Genau das Richtige für unsere beiden kleinen Wildfänge hier!“...Na prima! Jetzt ist sie also vergeben! „Was ist? Wer ist das?“ fragt Hannah neugierig, „Ich glaube, wir sind zu spät! Das werden wohl Leute sein, die auch noch Interesse an der Wohnung gehabt haben...und scheinbar hat sie ihnen so gut gefallen, dass sie sie gleich genommen haben!“ erklärt er ihr und Hannah sieht ihn enttäuscht an. „Na super! Und was jetzt? Ich meine, ich finde es ja gut, wenn lieber eine Familie mit kleinen Kindern die Wohnung kriegt, aber wir brauchen doch auch eine!“, „Aww, he, komm mal her, Süße! Wir finden schon noch eine schöne Wohnung, egal wie lange es dauert, wir werden die perfekte Wohnung für uns beide finden und die werden wir bald finden! Aber wenn wir nicht richtig suchen, dann können wir es gleich vergessen! Also los, Kopf hoch und weiter geht's!“ meint Paul und die beiden drehen um und gehen zurück nach Hause. Ca. 1 Woche später haben sie wieder einmal (wie jeden Tag, außer am Wochenende) einige Termine mit ein paar Wohnungsvermietern und Hannah verliert langsam die Geduld, alle Wohnungen sind irgendwo auch schön, aber immer ist irgendetwas dran, was sie zu der Entscheidung bringt, sie dann letztendlich doch nicht zu nehmen, so wie diese hier jetzt... „Also im Großen und Ganzen finde ich sie eigentlich ganz ok! Was meinst du?“ fragt Paul und sieht sich in der Wohnung um, „Mmh, ganz in Ordnung!“ antwortet Hannah überzeugt, „Ja, die letzten Mieter waren auch sehr begeistert von der Wohnung! Sie haben hier lange drin gewohnt!“ erklärt ihnen der Vermieter, „Aha und warum sind sie dann doch ausgezogen?“ fragt Paul, „Naja, es gab Ratten im Haus und das schien ihnen nicht so zu passen...“, dem Vermieter ist das ein bisschen peinlich, aber er will ehrlich sein, doch bei dem Wort >Ratten< sehen Hannah und Paul sich nur mit hochgezogenen Augenbrauen an und damit ist für beide klar, diese Wohnung nehmen sie auf keinen Fall! „Ratten, ja? Tja dann, war trotzdem schön, sie mal zu sehen! Wir melden uns dann bei Ihnen, in Ordnung?“, eigentlich weiß Paul genau, dass er höchstens nochmal anrufen wird, um die Wohnung abzulehnen, aber man kann dem Vermieter ja trotzdem mal ein bisschen Hoffnung machen. „Ok, also dann, überlegen Sie es sich in aller Ruhe und dann sagen Sie Bescheid, ob sie Ihnen gefällt! Auf Wiedersehen!“, „Wiedersehen!“ rufen Paul und Han gemeinsam und verlassen das Haus, „Oh Gott, ich werde doch nicht mit Ratten unter einem Dach wohnen! Das ist ja eklig!“ meint Hannah angewidert, „Musst du doch gar nicht! Wir nehmen die Wohnung 100 pro nicht, wer weiß, was es hier noch so für Viehzeug gibt, vielleicht Kakerlaken in der Küche oder Wanzen im Bett oder irgend sowas! Na komm, wir haben ja noch eine, die wir angucken können!“, „Also ehrlich gesagt, ist es mir inzwischen völlig egal, wo wir wohnen, Hauptsache es gibt dort keine Ratten, Spinnen oder sonst was für Viecher! Ich meine, wir wollen eine Wohnung und keinen Zoo!“, „He, wir finden schon noch was, das verspreche ich dir! Na komm schon!“, er nimmt sie an die Hand und die beiden gehen zur nächsten Wohnung. Als sie vielleicht 20 Minuten später dort ankommen, wartet schon der Vermieter auf sie und lässt sie rein, „Ja, also eigentlich ist die Wohnung ganz ruhig gelegen, aber seit diese Straße hier unten neu gemacht worden ist, fahren hier die Laster und Transporter nur zu gern, also ist es hier nur am Wochenende ruhig! Aber soweit ich weiß, haben Sie ja keinen Job, dass Sie in Schichten oder so arbeiten müssen, oder? Also haben Sie nachts auf jeden Fall genug Ruhe zum Schlafen!“ erklärt der Vermieter ihnen, doch Paul hat schon wieder etwas zum Dranrummeckern entdeckt – die Wände sind hier zu den Nachbarn so dünn, dass man von nebenan jedes Wörtchen verstehen kann! „Also ich glaube, der Krach draußen auf der Straße würde mich ja nicht mal stören, wir sind tagsüber meistens sowieso nicht da, aber wir scheinen entweder sehr laute Nachbarn oder sehr dünne Wände zu haben...“, „Naja, die Wände sind tatsächlich etwas dünn, aber keine Sorge, die Nachbarn haben extra ihr Schlafzimmer auf die andre Seite ihrer Wohnung gelegt, damit hier niemand gestört wird! Wenn Sie verstehen, was ich meine...“ grinst der Vermieter, doch Hannah fällt ihm gleich ins Wort „Naja, darum geht's eigentlich im Moment gar nicht! Nur ich finde es wirklich ein bisschen arg viel, was man hier so alles von den Nachbarn hört! Ich meine, es interessiert mich nicht wirklich, wie die Familie nebenan ihr Wochenende plant...“, alle verstummen einen Moment und Paul schmunzelt, als er hört, wie das Kind nebenan an den Wochenendplänen herumnörgelt, „Stimmt, ich meine, uns braucht es eigentlich nicht zu stören, weil wir ja tagsüber wie gesagt eh fast nie zu Hause sind und außerdem können wir uns daran gewöhnen! Und wenn hier erstmal Möbel drin stehen, dann schallt es hier sowieso nicht mehr so, aber irgendwie gefällt mir der Gedanke, dass die Nachbarn echt jedes kleinste Wörtchen hören könnten nicht...“, er wird plötzlich wieder leise, als nebenan nun auch noch ein Baby anfängt zu schreien, „Oh Mann, das hört sich voll so an, als ob es hier im Raum irgendwo liegt, dabei ist es noch nicht mal in dieser Wohnung! Also ich hab ja nichts gegen Babys, auch nicht gegen schreiende, aber wenn man das hier so laut hört, kann doch nachts niemand schlafen!“, obwohl Hannah ja sogar total auf kleine Babys steht, aber jede Nacht wegen Babygeschrei geweckt zu werden, muss ja nun wirklich nicht sein. „Naja, das Kind was jetzt weint, ist schon fast 1 Jahr alt, aber in ca. 2 Monaten kommt noch ein Neugeborenes dazu, dann gibt es hier doppelt so viel Geschrei!“ meint der Vermieter plötzlich, „Also nichts mit baldiger Ruhe hier, oder?“ hakt Paul nach, „Nein, ich denke nicht!“ antwortet der Vermieter und so ist klar, dass diese Wohnung damit auch abgehakt ist. „Na gut, dann trotzdem vielen Dank, wir werden drüber nachdenken! Auf Wiedersehen!“, „Ok, kein Problem, Wiedersehen!“, Hannah und Paul machen sich wieder auf den Weg zu Liz's Wohnung und überlegen, ob sie die Wohnung nicht wenigstens übergangsweise nehmen sollten. „Naja, wir haben morgen noch eine Wohnung, die wir noch angucken müssen und wenn die auch nix ist, dann werden wir wohl oder übel diese nehmen müssen!“ meint Paul genervt, er hat auch keine Lust mehr, laufend nur doofe Wohnungen gezeigt zu bekommen, „Ok, also entweder, die morgen ist gut, oder wir werden demnächst die ganze Nacht von Babygeschrei wach gehalten!“, „Ja, so wird's wohl sein! Ist doch eine gute Möglichkeit, sich daran auch schonmal zu gewöhnen, oder nicht?“, Paul sieht Hannah erwartungsvoll an, „Ja klar, aber ich glaube, wenn wir jetzt schon von Kindern genervt werden, vergeht uns irgendwann noch die Lust dazu, bevor wir selber welche haben! Und das wäre doch schade...“, „Das stimmt! Also sollten wir uns für den Fall der Fälle schonmal Ohrstöpsel besorgen!“, „Da müssen wir nur Bradley fragen, der muss doch sowas haben, so wie der durchschlafen kann, das ist doch nicht normal, oder?“, „Nee, ganz sicher nicht! Oder wir fragen ihn, was er nimmt und geben das den Kids nebenan, dann haben wir nachts unsere Ruhe und die Eltern der Kleinen werden auch dankbar sein!“, „Mmh, glaub ich auch! Da können wir ja richtig froh sein, dass wir solche Probleme noch nicht haben! Betont auf noch!“, „Ja, das hab ich auch grade gedacht, sags lieber nicht so laut!“, Paul küsst sie und dann gehen die beiden heim. Als sie an diesem Abend im Bett liegen und rumknutschen, klopft Pauls Mum plötzlich an der Tür und so werden die beiden unterbrochen...“Oh Mann, wird echt Zeit, dass wir endlich eine neue Wohnung finden!“ meint Hannah beleidigt und Paul steht auf und geht zur Tür, “Ja? Mum, was gibt's?“ fragt er genervt, Liz kommt rein und überreicht ihm ein Paket, „Sorry, dass ich euch störe, aber hier, das hat gerade ein Polizist vorbei gebracht! Er sagte, das käme von der Feuerwehr, sie habe es bei den Löscharbeiten im Keller gefunden! Keine Ahnung was da drin ist! Dann machts mal gut ihr 2, lasst euch nicht von mir abhalten, Nacht!“, „Gute Nacht!“ rufen die beiden gleichzeitig und Paul setzt sich, nachdem seine Mum die Tür wieder geschlossen hat, aufs Bett und macht das Paket auf. „Was glaubst du ist das?“ fragt Hannah neugierig, „Keine Ahnung, werden wir gleich sehen! Auf jeden Fall ist es ziemlich schwer!...“, als es soweit offen ist, holt er plötzlich Hannahs Teddy heraus, „...He, sieh mal wer hier ist!“ lächelt er und zeigt ihn ihr, „Cool! Aber wie kommts, dass er nix abbekommen hat?“ fragt sie verwundert und knuddelt ihn ganz fest an sich, „Keine Ahnung, aber hat Mum nicht gesagt, dass die Feuerwehr ihn im Keller gefunden hat? Warte mal...stimmt! Als du heim gekommen bist, haben wir ihn in die Waschmaschine im Keller (Waschkeller des Hauses) gesteckt! Bis das Feuer da unten war, war scheinbar schon alles gelöscht und außerdem hätten die Sachen in der Waschmaschine sowieso weniger abgekriegt! Hier sind noch die ganzen andren Klamotten, die da grade gewaschen wurden...“, er holt einer seiner Jeanshosen und eins von Hannahs Tops aus dem Karton. „Oh Mann, das ist ja der Hammer! Siehst du, und du meckerst immer rum, dass ich zu viel Zeug auf einmal waschen will! Jetzt hast du Glück, dass so viel gewaschen wurde, sonst hättest du weiterhin nichts zum Anziehen!“ grinst Hannah besserwisserisch und Paul nimmt ihren Teddy und stupst sie damit an die Nase. „Ja ja, mach dich nur über mich lustig! Wer von uns beiden musste denn am Ende die ganze Sauerei aufwischen, als zu viel Wäsche in der Maschine war?“, „Ja ok, aber das war einmal, außerdem hatte ich da noch nie vorher Wäsche gewaschen! Also, ich bin nun mal nicht so clever wie du!“ rechtfertigt sie sich, „Ist doch gut, ich hab doch gar nichts gesagt! Du kannst dafür besser Kekse backen als ich! Damit wären wir doch quitt! Du bäckst und ich mache sauber!“ lacht er und packt die Sachen wieder ein. „Ok, damit wäre der Haushaltsplan auch besprochen! Was machen wir jetzt?“ fragt Hannah gelangweilt, als sie sich in ihr Kissen zurücksinken lässt, „Keine Ahnung, was willst du denn machen?“, auch Paul kriecht jetzt ins Bett zurück und deckt sich zu, „Was weiß ich denn? Eigentlich würde ich jetzt am Liebsten gar nichts mehr machen, sondern einfach nur schlafen, ich bin nämlich ehrlich gesagt todmüde!“, „Aha, na dann, gute Nacht Süße, schlaf gut und träum süß!“, „Ja, du auch!“, er küsst sie nochmal und dann dreht sie sich um. Doch nur ein paar Sekunden später dreht sie sich wieder zu ihm um, „Paul?“ flüstert Hannah und er guckt zu ihr rüber, „Ja? Was ist?“, „Glaubst du, dass uns die Wohnung morgen gefallen wird? Ich hab nämlich so das komische Gefühl, dass sie das tut!“, „Ich weiß nicht, werden wir doch morgen sehen, oder? Wie stellst du dir denn die perfekte Wohnung für uns vor?“, „Mh, schwierige Frage, ich weiß nicht, sie sollte groß, aber auf keinen Fall zu groß sein, eher klein, aber doch nicht zu klein sein und möglichst nicht an der Straße liegen! Und irgendwo ganz oben in einem Hochhaus sollte sie auch nicht sein, vor allem, wenn es dort keinen Fahrstuhl gibt! Obwohl, ein bisschen Sport schadet niemandem...ach ich weiß auch nicht! Alle meiner Ansprüche wird sowieso keine Wohnung erfüllen, dafür sind sie einfach zu hoch! Wieso fragst du?“, „Ach, nur so, ich dachte, du kannst dir unter der richtigen Wohnung für uns was vorstellen, weil ich kann das nicht! Ich muss einfach irgendwo rein kommen und denken das ist sie! Die und keine andre! Allerdings sollte sie vor der Haustür nicht aussehen wie ein Misthaufen, sondern auch ordentlich, aber in 1. Linie würde ich auf die Wohnung achten!“, „Aha und ich schätze jetzt einfach mal so, dass du bisher noch bei keiner gedacht hast, das ist sie!“, „Nee, nicht wirklich! Ich meine, die waren alle irgendwo schön, aber wir haben uns doch vielleicht 20 Wohnungen angeguckt und bei allen war entweder ein Rohrbruch, weswegen die ganze Wohnung noch immer nicht richtig trocken ist, oder es waren die Ratten drin! Oder es waren Risse in der Hauswand, dass man Angst haben muss, dass einem eines Nachts mal das Dach auf den Kopf fällt oder die Wände sind so dünn, dass gar kein Platz für Risse ist, weil man eh bloß durch eine Art Vorhang von den Nachbarn getrennt ist! London ist doch so riesig und es gibt Tausende von leeren schönen Wohnungen hier, da muss doch wenigstens eine dabei sein, die unsren Ansprüchen gerecht wird, oder?“, Paul legt seinen Arm um Hannah und sie kuschelt sich an ihn. „Hoffentlich, ich meine, es ist ja voll schön, bei deiner Mum zu wohnen, aber irgendwo nervt es auch, dass man nicht mal 5 Minuten mit dir alleine sein kann!“, „Mmh, ich glaube, meine Mum wird auch froh sein, wenn sie wieder ihre Ruhe hat!“, „Glaub ich auch! Naja, drücken wir ihr mal die Daumen, dass sie uns demnächst wieder los ist!“, „Das ist sie doch sowieso! Wir wollten doch in die andre Wohnung von heute ziehen, wenn die morgen auch nichts ist, schon vergessen? Oder hast du es dir doch nochmal anders überlegt? Bist du doch noch nicht so scharf auf Babygeschrei mitten in der Nacht?“, „Ach ja, stimm ja, wir wollten ja dorthin, wenns nix andres gibt! Was meinst du wird die Öffentlichkeit denken, wenn wir uns jedesmal entschuldigen müssen, dass wir so müde sind, weil wir nachts über von Babys wach gehalten werden?“, „Bestimmt nicht das, was es wirklich ist! Aber lustig wärs schon, ich stell mir das grad vor, die würden bestimmt alle dumm gucken!“, „Glaub ich auch, aber ich schlafe jetzt trotzdem, solange wir noch nachts durchschlafen können, also los, gute Nacht!“, „Nacht!“, sie kuscheln sich ganz eng zusammen und nach kurzer Zeit sind sie fest eingeschlafen. Gegen halb 2 am nächsten Tag, nachdem Paul Hannah ins Krankenhaus zu einer Routineuntersuchung begleitet hat, sind die 2 auf dem Weg zur (hoffentlich) letzten Wohnungsbesichtigung. Da der Vermieter vor dem Haus auf sie wartet, können sich die beiden in aller Ruhe die Umgebung ansehen, die ihnen wirklich gut gefällt. „Also ich glaube immer mehr, dass die Wohnung der absolute Reinfall ist, immerhin können wir doch niemals so viel Glück auf einmal haben, oder? Ich meine, sieh dich hier mal um, eine tolle Umgebung, schön ruhig gelegen, überall sauber und so viel Grünes hier, das ist doch der Hammer, oder?“, Hannah ist total begeistert vom ersten Eindruck und auch Paul scheint es hier zu gefallen, „Ja, also wenn die Wohnung jetzt auch noch so schön ist, dann weiß ich auch nicht mehr...“, „Hast du schon dein, wie war das? Die-ist-es-und-keine-Andre-Gefühl?“, „Noch nicht ganz, aber es kommt langsam!“, „Da ist der Vermieter, oder?“, sie weist ihn auf den Mann hin, der vor der Tür scheinbar auf jemanden wartet, „Ja, denke schon, also los, auf zum letzten Kampf!“. Kaum hat der Mann die 2 entdeckt, eilt er schon auf sie zu, um sie zu begrüßen, „Ah, Mr. Cattermole? Ms. Spearritt? Mein Name ist Mr. Cooper und ich bin hier der Vermieter und ich freue mich sehr, besonders Ihnen eine Wohnung in diesem Haus zeigen zu dürfen! Bitte folgen Sie mir!“, er schließt auf und die 2 folgen ihm in den 2. Stock, wo die Wohnung sein soll. „Also das Treppenhaus ist ja cool! Das Geländer frisch gestrichen, die Wände neu gemacht, ordentliche Treppen, wo man nicht gleich wieder runterfliegt...also mir gefällts hier!“ flüstert Paul, während sie die Treppen hochsteigen. „Mmh, mir auch! Ich...“, „So, da sind wir schon, bitte, treten Sie ein!“, der Vermieter schließt die Tür auf und lässt die 2 rein. „Wow, das...das...ist der Wahnsinn! Hannah, sieh dir das mal an!“, kaum das Paul die Wohnung betritt, hat er schon sein das-ist-sie-und-keine-Andre-Gefühl, „Ja, das ist unglaublich! Die ist irgendwie so groß, aber es ist doch eine 2-Zimmerwohnung, oder?“ fragt Hannah den Vermieter, „Nein, eigentlich eine 3-Zimmerwohnung, aber das zusätzliche Zimmer ist nur ganz klein, deswegen werden Sie es eigentlich kaum bemerken, aber zum Abstellen von allen möglichen Zeugs ist es gut geeignet! Aber ich kann Sie ja mal rumführen und Ihnen alles erklären! Also hier geht es in die Küche.“, „Aha, cool! Wenn die dann noch komplett eingeräumt ist, macht das Kochen bzw. Essen hier drin bestimmt doppelt so viel Spaß!“ meint Paul und Hannah geht zum Fenster und sieht raus, vom Küchenfenster aus guckt man direkt auf den Spielplatz vom Kindergarten, „Oh nein, schon wieder kleine Kinder! Naja, wenigstens schreien diese hier nicht nachts, oder zumindest hören wir das nicht!“, „Eben, außerdem ist das Schlafzimmer auf der andren Seite, also brauchen Sie keine Bedenken zu haben, dass sie nachts ungewollt geweckt werden!“, „Prima, dann ist ja wenigstens mein Schlaf sicher, wenn ich an meinen freien Tagen heim komme!“ grinst Hannah, „Da bin ich mir sicher! Aber kommen Sie erstmal mit, damit Sie sich die restlichen Zimmer auch noch angucken können! Oder sind Sie von der Aussicht hier schon so begeistert, dass das nicht mehr nötig ist?“, „Na doch, wir sind schon so gut wie überzeugt, aber wir gucken natürlich noch weiter an, also los!“ meint Paul und schiebt Hannah in Richtung Flur, wo es in die andren Zimmer geht. „So, hier ist das Wohnzimmer, aber die Familie, die hier vorher gewohnt hat, hat das als Schlafzimmer genommen, weil das da drüben das extra Zimmer ist und da haben die Kids geschlafen!“ erklärt der Vermieter ihnen, „Aha und warum sind die Leute von vorher hier ausgezogen?“ fragt Paul interessiert, „Nachwuchs!...“ antwortet Mr. Cooper, „...Für 2 Kinder war die Wohnung schon sehr klein, aber da jetzt noch ein 3. dazu gekommen ist, wäre hier einfach zu wenig Platz gewesen! Aber ich kann Ihnen versichern, dass es der Frau und auch dem Mann eigentlich gar nicht so recht war, hier wieder aus zu ziehen! Als die beiden hier eingezogen sind, waren sie auch noch zu zweit, allerdings frisch verheiratet und nur wenig später waren sie zu dritt!“ erinnert er sich und Paul und Han hören ihm interessiert zu und sehen sich dann lächelnd an. „Aha, ja, ich kann verstehen, dass es nicht grade einfach war, hier aus zu ziehen, die Wohnung ist wirklich voll schön!“ meint Hannah und auch Paul stimmt ihr zu, „Ja, also ich bin überzeugt, dass wir hier schon bald wohnen dürfen! Wie siehts denn hier mit den Nachbarn aus? Sind die alle nett? Weil ich hab so die Erfahrung gemacht, dass bei fast allen guten Wohnungen irgendwas mit den Nachbarn ist und da sollte doch eigentlich ein gutes Verhältnis sein, oder nicht?“, „Natürlich, da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, alle hier im Haus sind sehr nett, das können Sie mir glauben!“ versichert Mr. Cooper ihnen und nachdem sie die 2 dann auch noch das letzte Zimmer angeguckt haben, ist für sie klar: die Wohnung nehmen sie! Da die beiden so schnell wie möglich ausziehen wollen, fangen sie schon an diesem Abend an, ihre wenigen Sachen, die sie noch haben, zu packen und alles in Umzugskartons zu stecken und schon 2 Wochen später haben sie alle Möbel beisammen und können endlich einziehen. Die Anderen der (Ex-)Band rufen alle regelmäßig an, um sich über Hannahs aktuellen Gesundheitszustand zu erkundigen und um ihnen ihre Hilfe anzubieten, da Hannah sich ja noch immer schonen soll, also helfen jetzt Bradley, Rachel, Tina und natürlich Liz beim Umzug. Jo kann wegen ihrem Rücken nicht und Jon hat eine Vorstellung im Theater, also müssen sie zu sechst auskommen. Während Brad und Paul die Kartons hoch schleppen und Liz und Rachel sie auspacken, hilft Tina Hannah beim Sortieren, in welchen Karton was ist. Doch nach einer Weile sind die aktiven Arbeiter schon so müde (was natürlich nur durch die Wärme draußen kommt), dass sie nur noch faul rum sitzen. „He, na sagt mal, was ist denn mit euch los? Na los, auf! Hier wird nicht schlapp gemacht!“ meint Paul und setzt sich ebenfalls zu den Andren auf den Boden, „Ja, na klar, aber wir dürfen nicht schlapp machen!“ entgegnet Bradley beleidigt, „He Leute, was haltet ihr davon, wenn ihr euch alle erstmal eine kleine Pause gönnt und ich euch was zu trinken hole?“ schlägt Hannah vor, „Nein, du setzt dich hin und machst erstmal eine Pause! Ich hole was zu trinken!“ antwortet Paul und drückt sie sanft auf einen Stuhl, der hinter ihr steht. „Ach warum denn? Also was zu trinken werd ich ja wohl noch holen können, oder? Ich muss sowieso nochmal runter, ich hab noch was vergessen!“, langsam hasst Hannah es, laufend immer alles gemacht zu kriegen, „Na wenn du meinst! Aber mach langsam und ruf, wenn du Hilfe brauchst, ok?“, „Ja, mach ich! Jetzt mach dir mal keine Sorgen! Was soll denn schon passieren?“ ruft sie Paul zu und ist schon auf dem Weg nach unten, um das Trinken zu holen. Doch kaum ist sie unten in der prallenden Sonne angekommen, spürt sie schon ein Schwindelgefühl, wodurch sie selbst unbemerkt leicht ins Schwanken gerät! Vorsichtig greift sie nach einer Stütze und schließt die Augen, damit ihr Herz wieder aufhört zu rasen. Hannah atmet tief durch und sobald es wieder geht greift sie nach den Wasserflaschen, um sie mit hoch zu nehmen, doch auf dem letzten Absatz vor ihrer Wohnung merkt sie plötzlich wieder, wie ihr Herz rast und wie ihr immer mehr schwindlig wird! Gerade als sie mit der Hand nach dem Geländer greifen will, klappt sie auch schon zusammen, rutscht von der letzten Stufe ab und fällt den ganzen Stufenblock wieder runter, schlägt ein paar mal auf den Stufen auf und bleibt schließlich bewegungslos auf dem nächsten Absatz liegen! Die Andren oben in der Wohnung haben nur ein Poltern gehört und natürlich die Knalle, als die Wasserflaschen zerbrochen sind, also rennen sie alle zusammen ins Treppenhaus, um Hannah die restlichen Flaschen abzunehmen, bevor diese auch noch runter fallen. „Hannah? Alles in Ordnung? Ich hab dir doch gesagt, du sollst rufen, wenn du Hilfe brauchst!...“, doch als sie die Treppen runter gucken, sehen sie keine Hannah, sie sehen auch keine zerbrochenen Glasflaschen auf den Stufen liegen, also beugt sich Paul übers Geländer und sieht Hannah regungslos mit ihrem Kopf in einer Blutpfütze liegen, „...Hannah! Um Gottes Willen!“, blitzschnell rast er die Treppen runter und stürzt sich auf Hannah, die bewusstlos daliegt! „Was ist mir ihr? Was hat sie?“ fragt Rachel besorgt und auch Tina rennt panisch hinter ihr die Treppen runter, „Ist sie am Kopf verletzt? Oder...kommt das ganze Blut hier durch die Flaschen? Jetzt sag schon Paul, was ist los?“, „Ich weiß es doch auch nicht! Bradley? Schnell, ruf einen Krankenwagen! He Hannah Schatz, was machst du denn auch für Sachen? Komm schon, sei tapfer, halt durch, der Krankenwagen wird gleich hier sein!“, „Fühl mal ihren Puls!“ weist Rachel ihn auf Hannahs Arm hin, der auch blutverschmiert ist. „Ich fühle nichts! Da ist nichts! Ich fühle nichts!“, auch Paul ist jetzt ganz panisch, er zittert zu sehr, um ruhig den Puls zu fühlen, „Lass mich, du bist viel zu aufgeregt!“, Tina nimmt vorsichtig Hannahs Handgelenk und tastet es ab, „Ja und? Was ist? Fühlst du was?“ fragt Rachel aufgelöst, „Ja...sie hat auf jeden Fall Puls, also ist es noch nicht zu spät! Aber die Ärzte sollen sich trotzdem beeilen!“, es beruhigt niemanden wirklich, dass sie noch lebt und auch wenn Paul sie so gerne umdrehen würde, damit er wenigstens sehen kann, woher das viele Blut kommt, weiß er, er darf nicht, immerhin könnte sie Rückenverletzungen haben. Nicht mal 5 Minuten später ist auch schon der Krankenwagen da und schafft Hannah so schnell wie möglich ins Krankenhaus, wo sie schon wieder sofort operiert werden muss! Paul und die Anderen müssen draußen warten, doch Paul kann einfach nicht ruhig sitzen bleiben, er macht sich große Sorgen, ob Hannah überhaupt überlebt, denn die Ärzte meinten, es sehe nicht gut aus! So warten sie geduldig darauf, dass jemand aus dem OP kommt und ihnen eine hoffentlich gute Nachricht bringt, aber es kommt einfach niemand...“Oh Mann, ich halt das nicht mehr aus! Warum dauert das denn so lange?“, Paul läuft aufgeregt hin und her, ihm kommt diese ganze Warterei wie Stunden vor, „Sie ist doch erst eine halbe Stunde da drin, Paul! Jetzt setzt dich hin und warte, es bringt dir doch nichts, wenn du dich hier völlig fertig machst!“ versucht seine Mutter ihn zu beruhigen, „Ich kann mich aber nicht so einfach hierher setzten und warten! Es ist alles meine Schuld! Ich hab sie alleine gehen lassen, obwohl ich doch ganz genau wusste, dass sie sich schonen soll und das so ein Umzug für sie zu viel ist!...“, ihm kullern jetzt Tränen über die Wange, „...Ich bin schuld, wenn sie stirbt!“, „Paul! Hör auf damit! Du bist überhaupt nicht schuld! Wenn, dann sind wir alle dafür verantwortlich was passiert ist! Wir wussten alle genauso gut wie du, dass sie ganz leicht einen Rückfall kriegen kann, aber keiner hat was unternommen, sondern sie einfach gehen lassen!“, auch Tina schießen jetzt die Tränen in die Augen, sie fühlt sich genauso verantwortlich für den Unfall wie Paul und alle andren denken auch nicht anders über sich. Erst ca. 2 Stunden später kommt dann schließlich jemand aus dem OP und geht auf Paul zu, „Mr. Cattermole?“, Paul springt sofort auf, „Ja? Was ist mit ihr? Geht es ihr gut?“, „Bitte kommen Sie mit! Ich muss Ihnen die Ergebnisse unter 4 Augen erklären!“, die Stimme des Arztes klingt ernst, was Paul und auch allen Andren Angst macht, „In Ordnung, ich komme!“, er folgt dem Arzt in einen Raum, wo sie sich in Ruhe unterhalten können. „Also Mr. Cattermole, ich will sie nicht anlügen, aber es steht ernst um Ihre Freundin! Sie hat sich einige schwere Knochenbrüche zugezogen, also den linken Oberschenkel, den rechten Unterarm und auch 4 Rippen komplett! Aber das ist noch nicht mal das Schlimmste, eine der gebrochenen Rippen hat sich in ihre Niere gebohrt, also konnten wir sie, obwohl wir alles menschenmögliche versucht haben, nicht mehr retten und mussten sie entfernen!“ erklärt der Arzt ihm geduldig, „Das heißt also, sie hat nur noch eine Niere?“ fragt Paul verzweifelt nach, „Genau, aber mit einer Niere alleine kann man problemlos leben, allerdings scheint die 2. auch etwas abbekommen zu haben, deswegen kann ich Ihnen noch nicht garantieren, dass es dabei bleibt! Wenn es wirklich so schlimm ist, wie wir denken, dann wird sie eine Spenderniere brauchen! Wir haben sie schon auf die Liste gesetzt, nur für den Fall, dass sie wirklich eine braucht, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie schnell eine geeignete kriegt, höher! Wir können aber auch im Fall der Fälle ihre engsten Verwandten oder auch im Bekanntenkreis alle freiwilligen untersuchen, ob sie sich für eine Spende eignen würden! Würden Sie sich denn untersuchen lassen? Immerhin ginge es dann um das Leben Ihrer Freundin!“, „Ja, ja natürlich würde ich mich untersuchen lassen! Ich glaube zwar eher, dass ich nicht in Frage dafür komme, aber ich werde auf jeden Fall alle Möglichkeiten nutzen! Aber kann ich jetzt zu ihr oder schläft sie noch?“, „Sie schläft noch, aber sie müsste jeden Moment aufwachen. Setzten Sie sich noch einen Moment bitte nach draußen, ich sage Ihnen Bescheid, sobald sie wach ist!“, „Ok, vielen Dank Doktor!“, er geht wieder raus zu den Andren und setzt sich auf einen freien Platz. „Und? Wie geht es ihr?“ stürzt Tina gleich auf ihn zu, „Den Umständen entsprechend! Sie hat sich den Oberschenkel, den Unterarm und 4 Rippen gebrochen! Eine der Rippen hat sich in ihre Niere gebohrt und jetzt mussten sie sie entfernen! Und mit der 2. von beiden sieht es auch nicht viel besser aus, wahrscheinlich muss sie auch noch raus genommen werden! Dann bräuchte Hannah eine Spenderniere, aber ich hoffe mal, dass es soweit nicht kommt!“ erklärt Paul ihnen langsam und Tränen unterdrückend, „Darfst du nicht zu ihr oder ist sie noch unter Narkose?“ erkundigt sich Rachel, „Sie schläft noch, aber der Doktor sagt mir Bescheid, sobald sie wach ist!“ antwortet Paul, jetzt laufen ihm kleine Tränen über die Wange, Bradley setzt sich neben ihn, „He, was ist los? Hat der Arzt noch irgendwas gesagt? Jetzt sag schon! Was hat sie noch?“, „Nichts weiter, es ist bloß...ich hab halt große Angst um sie! Ich meine, was ist, wenn sie wirklich eine neue Niere braucht? Sowas kann man doch nicht einfach im Laden kaufen, darauf muss man ewig lange warten! Oh Mann, eigentlich ist alles meine Schuld! Ich hätte sie nicht alleine raus gehen lassen dürfen, als ich Mum gesucht habe, dann hätte ich sie von Anfang an draußen wärmen können und dann wäre sie nicht so krank geworden! Sie hatte doch nur ein schwaches Herz, weil sie sich so eine schwere Erkältung geholt hat! Und das nur, weil sie draußen gefroren hat!“, Paul kommen wieder die Tränen, Tina und Rachel sehen sich an, sie wissen, dass es nicht Pauls Schuld ist, sie hätte auch so krank werden können und auch ohne Kreislaufzusammenbruch die Treppen runter stürzen können. Bradley legt ihm die Hand auf die Schulter und versucht ihm gut zu zureden, „Hör mal Paul, du kannst da nichts dafür! Sie hätte sich auch erkältet, wenn du die ganze Zeit bei ihr gewesen wärst! Es war nun mal kalt und nass draußen, da hättest du nicht viel für sie tun können! Du hast dein bestes getan, sonst wäre sie vielleicht erfroren oder an ihrer Rauchvergiftung gestorben! Du darfst dir keine Vorwürfe machen, das hilft ihr auch nicht weiter, im Gegenteil, du musst für sie da sein, jetzt ganz besonders und ihr zeigen, dass sie kämpfen und stark sein muss!“, „Du hast Recht! Ich werde ihr jetzt helfen, damit sie wieder gesund wird und hoffentlich nicht mehr wegen ihrem Herz aufpassen muss! Ich weiß ja, dass sie zwar nie wieder so gesund sein wird vorher, aber ich werde auf sie aufpassen, damit sowas nicht wieder passiert, versprochen!“ er wischt sich die Tränen weg und die Anderen lächeln ihn zustimmend an, „Genau, so ist es richtig! Mach ihr klar, dass du sie brauchst und dass du nicht ohne sie in eure neue Wohnung ziehst und du erst recht keine Lust hast, schon wieder umzuziehen! Das wird sie bestimmt überzeugen, ganz schnell wieder gesund zu werden!“ meint Tina und setzt sich neben Bradley auf den Sitz. Plötzlich geht die Tür auf und der Arzt kommt in den Gang, „Mr. Cattermole, kommen Sie bitte mit? Ihre Freundin ist jetzt wach, Sie können zu ihr!“, „Ja, ich komme! So Leute, dann werde ich mal zu ihr gehen, soll ich ihr irgendwas von euch ausrichten?“, „Ja, gute Besserung und liebe Grüße, auch von Jon und Jo, ich hab vorhin mit ihnen telefoniert. Es tut ihnen alles so leid, aber sie können nicht kommen! Aber Jo muss morgen sowieso wegen ihrem Rücken hierher, also wird sie evtl. mal bei Hannah vorbei gucken!“ erzählt Rach und Paul nickt und geht hinter dem Arzt her. „Aber nicht all zu lange, sie braucht noch Ruhe und bloß nicht zu anstrengen, sie wird sich sowieso nicht bewegen können, immerhin werden ihre Rippen weh tun!“ flüstert der Arzt, als die beiden Hannahs Zimmer betreten, Paul geht langsam und leise an ihr Bett heran und der Arzt macht die Tür hinter sich wieder zu. „Hannah? Kannst du mich hören?“ flüstert er und nimmt vorsichtig ihre Hand, „Paul? Was ist passiert? Wieso...? Au, mir tut alles weh, was ist los?“, Hannahs Stimme ist ganz schwach und leise, „Scht! Ganz ruhig, du hattest wahrscheinlich einen Kreislaufzusammenbruch und bist die Treppen runter gefallen! Du hast dir ein paar Knochen gebrochen und eine Niere musste dir entfernt werden, aber mach dir keine Sorgen, ich bin hier und passe auf dich auf!“, er streichelt ihr zärtlich über die Wange und küsst sie vorsichtig. „Wieso, ich meine, was war denn mit der Niere?“, „Die eine Rippe, die du dir gebrochen hast, hat sie aufgespießt und obwohl die Leute im OP alles versucht haben war es hoffnungslos! Und ich will dich nicht anlügen, aber die andre Niere hat auch was abgekriegt und niemand weiß, ob sie nicht auch noch raus genommen werden muss!“, „Und was dann? Man kann doch aber ohne Nieren nicht leben, soll ich dann den Rest meines Lebens an eine Maschine gefesselt sein oder was?“, „Nein, sie haben dich schon auf die Liste für Organspenden geschrieben, nur für den Fall, dass du wirklich eine neue Niere brauchst! Aber wenn das wirklich der Fall ist, dann hast du eine Dialyse, das heißt du musst alle 2 Tage an so ein Gerät, aber du kannst trotzdem wie gewohnt weiterleben.“, er merkt schon, dass er sie damit nicht beruhigen kann, „Paul, ich hab Angst! Ich will nicht an irgend so ein komisches Gerät! Wieso kann ich nicht einfach wieder gesund werden, ohne Spendernieren oder sonst was? Warum nicht?“, „Ich weiß es nicht, ich wünsche es dir wirklich, aber es geht nun mal nicht, du wirst nun mal für den Rest des Lebens mit einer Niere leben müssen, daran kann keiner mehr was ändern!“, „Und was ist mit meinem Herz? Muss ich da auch für immer aufpassen, dass ich mich nicht überanstrenge? Ich meine, das ist doch kein Leben mit nur einer Niere und einem schwachen Herz!“, „Hannah, du solltest froh sein, dass du noch so unbeschwert leben kannst! Dir hätte Gott weiß was passieren können, du hättest dir bei dem Sturz das Genick brechen können oder eine Rückenverletzung holen können, dann müsstest du im Rollstuhl sitzen! Wäre dir das vielleicht lieber?“, „Nein, du hast ja Recht! Aber es ist halt schwer sich von einen Tag auf den andren um zu gewöhnen, wenn du dein ganzes Leben lang vorher immer kerngesund warst! Wie würdest du denn reagieren, wenn du plötzlich erfährst, dass du nie wieder richtig gesund wirst?“, jetzt schießen ihr die Tränen in die Augen, das ist einfach zu viel für sie. Paul rückt näher an sie ran und nimmt sie in den Arm, „Komm mal her. Ich weiß doch auch, dass das nicht leicht für dich ist, aber du musst dich jetzt eben damit abfinden, du kannst da eh nichts dran ändern! Und außerdem hast du mich und deine Familie, wir sind alle für dich da, wann immer du uns brauchst! Und super Freunde hast du auch noch, die stehen übrigens alle, naja fast alle, da draußen und lassen dir gute Besserung und liebe Grüße ausrichten! Du weißt doch, dass wir früher immer gesagt haben, dass wir den Rest unseres Lebens alle jeder Zeit für einander da sind und jetzt ist so ein Zeitpunkt, wo alle für einen da sein müssen und du wirst sehen, wir sind alle für dich da! Was denkst du denn, wie stolz unsre Kinder mal auf dich sein werden, wenn sie erfahren, wie sehr ihre Mum gekämpft hat! Die werden dann sagen, dass sie die beste Mama auf der ganzen Welt haben!“, Paul merkt, dass er Hannah immernoch nicht aufmuntern kann, im Gegenteil, er scheint es sogar noch schlimmer zu machen! „Na toll, aber sie werden sowieso lieber bei dir sein wollen, weil ich einfach nicht mit ihnen rumtoben und spielen kann so wie du! Ich muss dann immer auf mein Herz aufpassen, dass ich mich ja nicht überanstrenge oder sowas! Unsre Kinder werden todunglücklich darüber sein, was sie für eine langweilige Mama haben!“, „Das stimmt doch gar nicht! Ok, du wirst vielleicht nicht so mit ihnen rumtoben können, aber sie werden dich trotzdem ganz doll lieb haben, das weiß ich, dich muss man einfach lieben!“, „Aww, das hast du aber süß gesagt! Du wärst bestimmt ein super Daddy!“, „Ja, ich weiß, unsre Kids werden die besten Eltern der Welt haben, ein Daddy, der mit ihnen rumtobt und Hausaufgaben macht und eine Mami, die schöne Filme für die Kleinen und auch Großen dreht, dadurch ganz viel Geld für sie verdient und mit ihnen Kekse bäckt!“, „Klingt doch gut, du scheinst ja schon alles durch geplant zu haben! Dann kann ja nix mehr schief gehen!“, „Eben, du musst jetzt nur noch wieder auf die Beine kommen und darfst nicht mehr so ein Gesicht wie 3 Tage Regenwetter machen, naja gut, wir sind hier in England, aber du weißt, was ich meine! Sieh mal, wir haben doch jetzt so eine schöne neue Wohnung und du weißt ja selber, dass es nicht einfach war, die zu finden, also Kopf hoch und dann wieder lächeln, verstanden?“, Hannah sieht zu ihm rauf und lächelt ein bisschen, dann lehnt Paul sich zu ihr runter und die beiden küssen sich. Nach einer Weile dann wird er vom Arzt wieder raus geschickt, weil Hannah immernoch Ruhe braucht, also verabschieden sich die 2 und Paul geht mit den anderen nach Hause, wo er sich ja nun erstmal alleine einleben muss. Nach weiteren 2 Wochen hat Hannah sich dann wieder soweit erholt, dass sie erstmal aus dem Krankenhaus heim darf, ihre 2. Niere hat keine Schäden vorgewiesen und so sind die Ärzte gut gestimmt, dass sie ihre Niere behalten kann. So hat Paul sie eben aus dem Krankenhaus abgeholt und nun kommt sie zu Hause zur Tür rein, dabei sieht sie sich neugierig um. „Meine Güte, du bist ja in den 2 Wochen nicht mal faul gewesen! Wie hast du es denn geschafft, alles so schön einzuräumen, wo du doch den ganzen Tag bei mir warst?“, „Tja, Nachtschichten! Nein, Witz! Ähm...dachtest du denn wirklich, dass ich, wenn ich dich abends um 8 Uhr verlassen musste dann gleich ins Bett gegangen bin?“, „Eigentlich schon, immerhin warst du morgens jeden Tag schon um halb 9 da!“ seufzt Hannah und setzt sich vorsichtig auf einen Küchenstuhl, sie hat für ihren Oberschenkel eine Gehhilfe bekommen, aber halt nur eine, weil sie durch den gebrochenen Arm und die kaputten Rippen eh nur auf einer laufen könnte. „Naja, ich hab nachts sowieso nicht so gut geschlafen, weil du immer weg warst, also bin ich extra spät ins Bett und zeitig wieder raus! So einfach ist das!“, Paul bückt sich zu ihr runter und küsst sie zärtlich auf dem Mund, „Aha, wie schläft es sich denn im Schlafzimmer? Ist es hier nachts auch so ruhig wie am Tag?“ fragt sie, während sie ihn immernoch am T-Shirt festhält, damit er sich nicht vom Kuss lösen kann, „Komm doch einfach mit rüber und teste selber!“ grinst er und nimmt sie auf den Arm, damit sie nicht laufen muss. „Paul! Du wirst doch jetzt nicht etwa...?“, „Nein, ich doch nicht! Aber wieso eigentlich nicht? Wie lange haben wir jetzt nicht? Müssen wir mal überschlagen...warte...also länger als einen Monat bestimmt, oder? Naja und den letzten Versuch dürfen wir nicht mitzählen, das war ja wohl voll der Reinfall!“, „Naja, so 7/8 Wochen werden es schon sein, eigentlich eine Frechheit, oder? Das dürfen wir niemandem erzählen, die lachen sich doch alle tot!“, „Also müssen wir das schnellstens ändern, also los!“, er trägt sie ins Schlafzimmer und setzt sie auf dem Bett ab. „Meinst du, dass das in Ordnung ist, wenn wir jetzt...du weißt schon? Ich meine, der Arzt hat gesagt, dass wir keine zu wilden Aktionen machen sollen, wegen meinem Herz und so.“ meint Hannah noch etwas skeptisch, „Naja sooooo wild sind wir ja nun auch nicht, oder? Ich bin auch ganz vorsichtig, versprochen! Komm schon! Bitte!“, Paul setzt seinen Dackelblick auf und bettelt in einer unwiderstehlichen süßen Stimme, „Na gut, aber wenn ich am Ende wieder wegen Herzrasen ins Krankenhaus muss, wo ich auf keinen Fall wieder hin will, ist es deine Schuld!“, „Ok, aber da musst du nicht hin, zumindest nicht wegen sowas! Du musst nie wieder in ein Krankenhaus, naja ok, ein paar mal vielleicht noch, aber auch bloß weil wir unsre Kids ja nicht hier zu Hause kriegen können, aber sonst nie wieder!“, „Naja gut, aber wehe es passiert irgendwas!“, „Ganz bestimmt nicht! Ich pass schon auf!“ meint Paul noch, als er Hannah dann schon zärtlich küsst und sie sich vorsichtig nach hinten lehnt. Er wandert mit seinen Küssen immer weiter nach unten und spielt gerade mit der Zunge an ihrem Bauchnabel, als es plötzlich klingelt! „Oh nein! Wer ist das? Ich bringe ihn um!“, sie verdreht genervt die Augen, doch anstatt aufzustehen, legt Paul ihr nur einen Finger auf den Mund und bleibt liegen, „Pssst! Wir werden uns doch jetzt nicht stören lassen, oder? Wenn es wirklich so wichtig ist, dann kommt derjenige nochmal wieder!“, „Wie du meinst, ich hätte jetzt sowieso keine Nerven für Besuch!“ und so wollen die beiden gerade da weitermachen, wo sie eben aufgehört haben, als es wieder klingelt! „Jetzt reichts! Wehe wenn das nicht wichtig ist!“, Paul steht also doch auf und geht genervt zur Tür. „Hi Paul! Das hat aber ewig gedauert, wo warst du denn so lange?“ fragt Jo und kommt rein, „Ähm...hi Jo! Wieso? Wo soll ich denn gewesen sein? Was machst du denn hier?“ fragt er ganz verwundert, „Na wir waren doch verabredet, schon vergessen? Ich sollte dir doch beim Klamotten kaufen helfen, weil du doch bei Hannahs Eltern eingeladen bist und Han nicht da ist! Meine Güte, du bist aber durcheinander! Wie geht's Hannah denn eigentlich? Ich hoffe besser?“ quasselt Jo gleich drauf los, „Ja, mir geht's super!“ antwortet Hannah plötzlich, als sie aus dem Schlafzimmer humpelt. „Hannah? Hi! Wieso bist du schon zu Hause, ich denke du kommt erst morgen heim! Paul, was hast du mir denn erzählt?“, Jo wendet sich beleidigt zu Paul, „Ähm...hab ich dir nicht gesagt, dass sie schon eher raus darf? Dann wars halt Rach, der ich es erzählt hab. Ist doch egal jetzt, Hauptsache Han geht's gut, oder?“, „Jetzt weiß ich, glaube ich auch, warum du so lange bis zur Tür gebraucht hast! Ei ei, ihr Ferkels! Na bloß gut hab ich noch Schlimmeres verhindert!“ grinst Jo und Hannah wirft Paul einen vorwurfsvollen Blick zu, „Er wars! Er hat angefangen!“ verteidigt sie sich und deutet mit dem Kopf auf ihn. „Aha, hätte ich mir ja denken können! Ihr Männer seid doch alle gleich, denkt immer nur an das Eine!“ hackt Jo weiter, „Ja ja, aber das da immer 2 dazu gehören ist euch wohl neu oder was? Außerdem ist das doch jetzt sowieso egal, oder? Wenn du einmal hier bist und uns nebenbei gleich mal alles vermasselt hast, können wir auch los und die Sachen holen!“ schlichtet Paul die ganze Sache jetzt und geht zur Tür, „Ok, gewonnen! Han, kommst du mit oder bleibst du lieber hier?“, „Ich bleibe hier, ich kann eh nicht so schnell so lange laufen, also kann ich mich hier noch ein bissel ausruhen, damit ich nicht schlapp mache, falls Paul nochmal auf solche Ideen kommt!“ grinst Hannah und setzt sich vorsichtig auf die Couch. „Ok, wie du meinst, dann such ich für deinen Schatzi mal ein paar coole Klamotten aus, damit die Schwiegereltern große Augen machen! Mach dir keine Sorgen um ihn, ich bringe ihn dir auch heil wieder! Stimmts Paul?“, Jo kneift ihn in die Hüfte, „Ähm...ja, genau! Wir suchen mir was Schönes zum Anziehen und dann kommen wir wieder her! Also bis dann meine Maus, machs gut!“, er kommt nochmal zur Couch rüber und gibt Hannah einen dicken Kuss, dann machen er und Jo sich auf den Weg. Hannah ist währenddessen auf der Couch eingeschlafen und bemerkt so nicht, dass Paul etwa 4 Stunden später wieder heim kommt. Er schließt die Tür auf und will Hannah gerade begrüßen, als er sieht, dass sie auf der Couch schläft, also geht er leise zu ihr und streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Dann küsst er sie vorsichtig auf die Stirn und streichelt ihr über die Wange, als sie plötzlich aufwacht. „He, du bist ja schon wieder da! Na und, was Schönes gefunden?“ fragt sie und lächelt zu ihm auf, „Ja, Jo ist echt gut im Klamotten suchen! Hast du schön geschlafen?“, „Mmh, sehr gut sogar und ich hab was Schönes geträumt!“, „Ach ja? Was denn?“ fragt Paul neugierig und setzt sich zu ihr aufs Sofa. „Dass du und ich, nur wir beide, auf einer einsamen Insel sind und mal ganz viel Zeit für uns haben. Nur du und ich und das Meer und die Sonne. Keine Jos und keine Mums, die uns stören, keine Treppen, die ich runter fallen könnte, keine Herzkrankheiten, keine brennenden Häuser, keine Regiseure, die einen zum Arbeiten zwingen wollen, keine Plattenbosse, die einen zum Singen und Platten verkaufen verdonnern, keine Fans und Paparazzis, die einen auf Schritt und Tritt verfolgen, sondern nur du und ich, ganz alleine!“, „Wow, klingt gut! Wo war denn diese Insel? Da müssen wir unbedingt mal Urlaub machen! Nein, weißt du was? Da müssen wir hinziehen! Dann werden wir nie wieder gestört!“, er lehnt sich zu ihr rüber und küsst sie zärtlich, „Keine Ahnung, wo die ist! Ich glaube, die gibt's gar nicht! Eigentlich schade, oder? Wäre doch cool, wenn wir 2 die einzige wären, die sie kennen, oder?“, „Ja, aber eigentlich haben wir doch unsre eigene geheime Superinsel, die auch kein Andrer kennt, da sind wir auch ungestört! Die ist nicht mal so weit weg, also wenn dich plötzlich irgendwelche Stimmungen überkommen, sie ist gleich nebenan...“, Paul grinst sie an und steht dann auf, um etwas zu essen holen. „Hättest du wohl gerne, was? Wieso könnt ihr Männer eigentlich nicht mal an was andres denken?“, „1. weißt du genau, dass ich nicht nur daran denke, sondern an dich, 2. wäre das dann der Grund, warum ich jetzt und auch sonst eigentlich daran denke und 3. wird das nach fast 2 Monaten ohne ja wohl verständlich sein, oder? Ich leide schon fast unter Samenstau und das kann gefährlich sein, das ist sogar wissenschaftlich bewiesen!“, jetzt versucht er die Taktik, Einen auf klug zu machen, „Dann geh lieber mal zum Arzt, nicht das ich es noch schlimmer mache!“, „Kannst du gar nicht, du kannst mich nur davon erlösen! Es sei denn, du lässt mich noch länger zappeln, dann kann ich bald für nix mehr garantieren!“, „Oh Gott, na das wollen wir dann doch nicht! Dann werden wir wohl doch ganz schnell etwas dagegen unternehmen müssen!“, „Ja, am Besten so schnell wie möglich! Es wird von Minute mit dir schlimmer und irgendwann gibt er seinen Geist auf!“ ruft Paul ihr aus der Küche zu und Hannah sieht etwas verwundert in Richtung Küche zurück, „Wer, er?“, „Na er halt!“, in diesem Moment kommt Paul aus der Küche zurück und deutet mit dem Kopf nach unten. Hannah sieht an ihm runter und dreht sich nur kopfschüttelnd, aber trotzdem schmunzelnd wieder um, „Achso, ihn meinst du! Und du willst mir jetzt erzählen, dass ich am Ende dafür verantwortlich bin, oder wie?“, „Genau! Und das willst du doch nicht, oder?“, er setzt sich wieder zu ihr auf die Couch und trinkt einen Schluck Cola aus seinem Glas. „Nein, eigentlich nicht! Willst du, dass ich den Rest meines Lebens ein schlechtes Gewissen habe? Wenn das unsre Kinder mal erfahren würden, dass ihre Mama den besten Freund von ihrem Papa umgebracht hat, was glaubst, wie würden sie reagieren?“, sie nimmt sich sein Glas und trinkt auch einen Schluck daraus, „Wahrscheinlich gar nicht, weil wenn du das machst, werden wir nie Kinder haben!“ antwortet Paul überzeugt, Hannah nun endlich rum gerissen zu haben, „Weißt du was? Ich glaube, ich werde dir doch mit deinem Problem helfen, immerhin kann ich doch nicht zulassen, dass er draufgeht!“, „Sehr gut! Sowas hört er gerne! Ich übrigens auch!“, „Das hab ich mir gedacht! Ich weiß doch, was ihr 2 so gern habt! Könnt ihr mir also nochmal verzeihen oder ist er jetzt beleidigt?“, „Nö, ich glaube nicht! Er kann dich doch super gut leiden! Du weißt, dass du sein absoluter Liebling bist und das er immer wochenlang deprimiert ist, wenn du nicht da bist!“, „Er? Ich dachte es geht dann nur dir so? Oder übertragen sich seine Stimmungsschwankungen auf dich?“, „Ja, das auch! Ich kann mich ja in der Zeit mit Arbeit ablenken, aber er doch nicht! Und du kannst ihn ja schlecht mitnehmen, also muss er halt leiden!“, „Schade eigentlich, wäre doch lustig, wenn das ginge, oder?“, „Ja ja, das glaube ich gleich! Wer weiß, was du mit ihm machen würdest! Er bleibt lieber doch bei mir, da ist er sicher. Ich hab ihn schon mein ganzes Leben und er ist immernoch kerngesund, also, komm ja nicht auf die Idee, ihn mir wegzunehmen!“, „Wieso sollte ich? Was nützt er mir denn, wenn du nicht dabei bist? Alleine kann ich ihn auch nicht gebrauchen, du kannst ihn also unbeschwert behalten! Nicht, dass du mir noch weinst, weil ich dir deinen kleinen Freund weg gemopst hab!“, „Meinen kleinen Freund? Jetzt ist aber gut! Hast du schonmal einen kleinen Freund gesehen?“, „Nein, aber ich bin ehrlich gesagt auch gar nicht scharf drauf! Also Ende der Diskussion jetzt! Wir sind doch erwachsene Leute, also sollten wir uns auch so benehmen!“, Hannah hat jetzt langsam genug von der kindischen Unterhaltung, sie hat in solchen Play-Fights sowieso immer keine Chance gegen Paul, also gibt sie auf. „Na dann los, das habe ich doch schon die ganze Zeit gesagt, aber nein! Na komm schon, machen wir eben was, was Erwachsene so machen!“, „Jetzt nicht, nachher, ok? Wir haben es eh erst nachmittags, du weißt, dass wir feindliche Freunde haben, die uns gerne mal stören, also sollten wir doch besser warten, bis heute Abend, weil abends wird ja wohl keiner mehr zu uns kommen wollen, oder?“, „Wie du meinst, aber wehe heute Abend fällt dir wieder irgend eine Ausrede ein, ich kenne dich nämlich schon!“, „Dann solltest du eigentlich wissen, dass ich solche Versprechen immer halte!“, „Na gut, ich glaube, wenn ich dich jetzt noch weiter belästige, dann fällt das heute Abend auch noch aus, also, Frieden?“, er hält ihr die Hand hin, um Frieden zu schließen. „Mal sehen, muss ich mir noch überlegen!...“, Paul sieht sie beleidigt an, „...Na gut, weil dus bist!“, sie gibt ihm die Hand und sobald er zu gefasst hat, zieht er sie auch schon vorsichtig an sich heran und küsst sie. „So, jetzt hab ich dich!“, „Oh nein, wieso bin ich schon wieder auf deine Spielchen reingefallen?“, Hannah ergibt sich und lässt sich von ihm knuddeln, „Tja, bist wohl aus der Übung, was? Dann wird's ja wirklich Zeit, dass wir mal was zusammen machen! Das ist ja unmöglich, dass du sowas vergisst!“, die 2 knutschen noch ein bisschen, bis Hannah dann auch so viel Hunger hat, dass beide eine Essenspause einlegen müssen. An diesem Abend sitzen beide zusammen gekuschelt auf der Couch und gucken Fernsehen, eigentlich kommt gar nichts Interessantes, aber ein bisschen durchzappen kann ja nicht schaden, also kämpft Paul mit der Fernbedienung und Hannah mit der Fernsehzeitung. „Also es kommt echt nur Schrott, wo sind denn die ganzen guten Filme von früher?“ beschwert sie sich und legt die Fernsehzeitung weg, „Tja, wird eben Zeit, dass du wieder arbeiten gehst, damit bald wieder Filme kommen, die man sich auch ohne danach einen Schaden zu haben angucken kann!“, „Sollte das jetzt ein Kompliment sein?“, „Nö, nur du musst wieder arbeiten gehen, damit die Regiseure ihre Spitzenideen was Filme betrifft endlich umsetzten können! Als ob die Filme besser werden würden, wenn du da mitspielst, wie kommst du denn auf sowas?“, „Na weil das so klang!“ gähnt sie und steht dann auf, „Na so was! Hier ist wohl jemand müde? Hast du heute nicht schon lange genug geschlafen?“, „Na doch, aber im Krankenhaus konnte ich nie richtig schlafen, erst konnte ich ewig nicht einschlafen und dann wurde man da jeden Früh um 7 Uhr aus dem Bett geworfen! Also gute Nacht!“, sie humpelt langsam ins Badezimmer und geht Zähne putzen. „Ich komme auch mit, hier kommt eh nix Gescheites!“, also macht Paul den Fernseher aus und folgt ihr ins Bad, „Ach ja, wir wollen ja, du weißt schon was! Hätte ich doch fast vergessen!“, „Ja ja, du hast wohl gedacht, dass ich dich einfach so ins Bett gehen lasse? Du wolltest dich doch bloß davor drücken?“, „Mist, du hast es ja doch gemerkt!“, „Tja, ich hab dir heute schonmal gesagt, ich kenne dich schon!“, “Ach ja, na dann los jetzt, Beeilung, sonst schlafe ich dabei ein!“, „Schaffst du eh nicht, wollen wir wetten?“, „Nee, lieber nicht! Ich hab gegen dich ja eh keine Chance!“, Hannah spült den Mund aus und wäscht sich noch die restliche Zahncreme ab, dann geht sie nochmal aufs Klo und dann humpelt sie schonmal ins Bett. Als Paul dann nicht mal 2 Minuten später nachkommt, krabbelt er gleich unter ihre Decke und kuschelt sich an sie, „Na, du denkst wohl immernoch, dass du einfach so einschlafen kannst?“, Hannah dreht sich zu ihm um, „Nein, nur wenn du ewig nicht kommst, dachte ich halt, dass du es dir anders überlegt hast!“, „Ich und kneifen? Was du so alles für Vorstellungen hast! Was denkst du denn von mir?“, Paul küsst sie zärtlich am Hals, als sie versucht, ihm die Boxershorts auszuziehen. Als Hannah dann ein paar Tage später wieder ins Krankenhaus zu einer Nachuntersuchung muss, werden bei ihr ein paar Belastungstests wegen ihrem Herz gemacht und dieser diagnostiziert, dass sie wieder völlig gesund ist, sie hat also (außer den Knochenbrüchen, die noch 4 - 5 Wochen eingegipst bleiben müssen) „nur“ eine Niere eingebüßt, aber sie wird auf jeden Fall vorsichtig sein, damit nicht nochmal so ein Unfall passiert, denn noch eine Niere darf sie nicht verlieren!