Official German biography

Wie bei vielen Bands, die sich im Laufe der Zeit zu einer ernst zu nehmenden Größe entwickeln, so kann man auch bei S Club den Zeitpunkt nicht genau festlegen als sie sich von einer Teenie-Band zu einer Band weiter entwickelten, die von Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen geliebt wird.

Am deutlichsten wurde diese Entwicklung im Mai 2001, als die Single “Don´t Stop Moving“ auf Platz Eins der englischen Charts einstieg. Es war die dritte Nummer Eins- Single der Band, doch diesmal wurde die Platte zur besten Single des Jahres gewählt und mit einem Brit Award ausgezeichnet.

Ein solches Phänomen lässt sich schlecht mit Zahlen belegen, plötzlich geschieht etwas Unbegreifliches. Ein Teil der Entwicklung war sicher die Wertschätzung, die die Band erfuhr. Den Kritikern konnte man beweisen, dass sie total falsch lagen und man konnte plötzlich sehen, dass S Club nicht nur ein kurzlebiges One-Hit-Wonder waren. Sie hatten sich etabliert, 13 Millionen Menschen konnten sich nicht irren, es steckte doch mehr hinter der Band. Jeder der genau hinsah musste feststellen, dass die Bandmitglieder eigenständige Persönlichkeiten sind, jeder einzelne hat eine klare Vorstellung von sich selbst und davon, wo sie die Band hinbringen soll.

Der Gruppe war klar, warum man ihnen den Vorwurf machte sie würden sich anbiedern. Mit dieser Vorstellung wurde in der Fernsehserie gespielt, die einzelnen Persönlichkeiten wurden überspitzt dargestellt. Ssie haben sich über sich selbst und das Showbusiness lustig gemacht, dabei aber nie vergessen, worum es bei S Club wirklich geht -den gemeinsamen Spaß an der Sache.

Sie wollen sich selbst nicht besonders ernst nehmen, von anderen erwarten sie nur Respekt als Künstler und Profis. In der Welt von S Club fehlt die Zeit für divenhaftes Gezicke. Sie sind eine kreative Zelle, die keine Grenzen kennt.

Wenn es einen besonderen S Club Faktor gibt, dann ist dies sicherlich ihre Fähigkeit , dass sie mit den unterschiedlichsten Anforderungen der Medien umgehen können. Natürlich machen sie alles, was man zur Veröffentlichung einer neuen CD machen muss: Studioaufnahmen, Videos und Promotiontouren . Doch mit ihrer eigenen Fernsehserie, ihrem Spielfilm – der demnächst ins Kino kommt, den Dokumentationen über gefährdete Tierarten und diversen Verpflichtungen in der Werbeindustrie haben sie bewiesen, dass es für fast kein Limit gibt.

Die Band wurde erwachsen und ihr Publikum ist mit ihnen reifer geworden. Hannah Spearitt war 16 Jahre alt als sie zu S Club kam, heute ist sie 21, ebenso Bradley McIntosh. John Lee war 15 als es begann, heute ist er 20.

„Wenn ich mir heute Miami 7 (ihre erste TV Serie) anschaue, habe ich das Gefühl, dass ich damals erst acht Jahre alt war“, sagt John. „Ich sehe so dünn und so jung aus. Doch ich fühle mich heute nicht viel anders. Vielleicht weiß ich heute etwas genauer, wie das ganze Spiel läuft.“

Hannah denkt, dass sie heute eine andere Person ist. „Ich war damals ganz anders, so unschuldig und naiv. Ich bin zwar immer noch naiv,“ scherzt sie. „Heute analysiere ich die Dinge besser, ich stürze mich nicht mehr kopfüber in Sachen hinein ohne vorher darüber nachzudenken.“

Die Sommer Party im Buckingham Palast zu Ehren von Queen Elizabeths Thron- Jubiläum war auch für die Band ein krönender Moment. Zusammen mit dem Auftritt der Band beim Finale der Commonwealth- Spiele in Manchester war dies der Beweis, dass S Club einen Platz im Herzen der Briten erobert haben.

Der Auftritt beim im Buckingham Palast war ihr letzter als S Club 7, seitdem heißen sie nur noch S Club. Paul Cattermole gab seine Abschiedsvorstellung mit der Band, er will jetzt als Rockmusiker Karriere machen. Es war ein trauriger und zugleich aufregender Tag für die Gruppe, für sie war es nur schwer fassbar und sehr erhebend den Tag mit solch legendären Musikern und gekrönten Häuptern im Garten der Königin zu verbringen.

Nein, Prinz William hat nicht mit Rachel Stevens oder Hannah geplaudert, auch wenn Hannah sagt sie hätte ihm ihre Telefonnummer gegeben, wenn er danach gefragt hätte. Prinz William wollte sich lieber über Musik unterhalten und wenn man Paul glauben darf, dann her in seinem Auto Eminem gehört.

Pauls Ausstieg wird auch in der neuen 13- teiligen Staffel dokumentiert, die diesen Herbst in England ausgestrahlt wird. Die S Club- Fernsehserie ist einer der größten Erfolge des englischen Fernsehens, bisher wurde die Serie in mehr als 100 Länder verkauft.

In der neuen Serie gibt es mal wieder ein Veränderung. Zum ersten Mal wurden nicht in Amerika produziert, alle Szenen wurden in Barcelona gedreht. Die Geschichte ist stärker, die schauspielerische Leistung besser und die einzelnen Personen sind weiter entwickelt worden, es bleibt aber nach wie vor eine Geschichte von S Club. John fasst zusammen: „ Jo dreht durch, Rachel ist eine Prinzessin, Bradley ist hinter den Mädchen her. Hannah ist verwirrt, sie ist die weibliche Version von mir. Und Tina hat ganz klare Vorstellungen.“

Ende 2002 werden sie mit den Arbeiten an ihrem ersten Spielfilm beginnen, dieser soll, laut Columbia Tristar, im Herbst 2003 in die Kinos kommen. Die Fans werden dann gleich zweimal S Club zum Preis von einer Kinokarte bekommen, ein verrückter Professor wird die Band klonen. Die Doppelgänger werden den Platz der echten Musiker einnehmen, während diese in Gefangenschaft darum kämpfen wieder ihre eigenen Identitäten zu bekommen.

Die Band war außerdem mit der Arbeit am vierten Album sehr beschäftigt. Wie vorher auch haben John und Bradley die wichtigste Rolle beim Komponieren und bei der Produktion übernommen. Diesmal wurden sie von Tina Barrett unterstützt. Sie möchte sich zukünftig mehr beim Schreiben einbringen, diese Fähigkeit hat sich erst seit kurzem für sich entdeckt.

„Ich stehe gerne auf der Bühne, doch ich bin auch ein sehr kreativer Mensch und dieser Teil von mir musste lange zurückstehen, daher fühle ich mich heute sehr ausgeglichen,“ sagt Tina.

Der ehemalige Sound von S Club wurde durch Songs wie “Reach And Bring It All Back“ gekennzeichnet, heute ist mehr Raum für Dance-Grooves oder starke Balladen. Die Königin der Balladen, Jo O`Meara,über das Album: „Die Balladen sind jetzt erwachsener geworden. Vor allem „Stright From The Heart“ ist ein außergewöhnlich gelungener Song.“

Normalerweise wird diese Art von Popkarriere dadurch gekennzeichnet, dass sich die einzelnen Bandmitglieder irgendwann gegeneinander verbünden bis die Trennung durch so genannte künstlerische Differenzen unausweichlich scheint. Die Band hat immer gesagt, dass es das Ende der Band sei, wenn einer von ihnen die Band verlassen würde. Aber als Paul zur Bestürzung seiner Bandkollegen bekannt gab, dass er die Band verlassen wolle, stellten sie fest, dass sie sich mittlerweile als Einheit verstanden und, dass sie noch zu viel vorhatten und zu ambitioniert waren um jetzt aufzuhören.

Niemand hat sie gezwungen zusammen zu bleiben und gerade die Freiheit so zu bleiben wie sie waren, hat sie im gegenseitigen Respekt gestärkt und so haben sie die Entwicklung der Gruppe genossen. „Ich denke nicht, dass wir so lange in der Band geblieben wären, wenn man uns vorgeschrieben hätte, wie wir zu sein hätten und was wir anziehen müssen,“ sagt Rachel. „Jeder lebt sein eigenes Leben, wir sind sechs Individuen.

Niemand tut so als gäbe es keine schwierigen Momente: die Isolation, wenn man drei Monate lang in Amerika dreht, die unaufhörlichen, anstrengenden Zeitpläne und die ständige Beobachtung durch die Öffentlichkeit. Die Mitglieder von S Club hatten da ihre Meinungsverschiedenheiten, doch heute wissen alle instinktiv, wenn der ein oder andere in den Arm genommen oder allein gelassen werden will. „Wir sind immer noch gute und enge Freunde,“ sagt Bradley. Gegen alle Regeln ist ihre Stärke als Team , der gegenseitige Respekt und ihre Kameradschaft besser als je zuvor.

Doch für die Band gibt es immer noch neue Herausforderungen. Letztes Jahr waren sie die erste britische Band seit den Spice Girls, der es gelang zeitgleich Top Ten Hits in England und Amerika mit verschiedenen Singles zu haben („Don´t Stop Moving“ und „Never Had A Dream Come True“).

Aufgrund ihrer weltweiten Verpflichtungen konnten sich S Club immer noch nicht um ihre immer stärker wachsende Fangemeinde in den USA kümmern, doch in diesem Herbst werden sie dorthin zurück kehren um ihre Single „Don´t Stop Moving“ ausführlicher vorzustellen.

2002 konnten sie auch ihren Ruf als Live-Act weiter ausbauen, während der 25- tägigen „Carnival“ Tour durch England bewiesen sie, dass sie sich als Künstler deutlich weiter entwickelt haben. Die Mütter und Väter, die zu Beginn des Auftrittes noch gelangweilt und gähnend auf ihren Stühlen saßen, tanzten am Ende der Show auf den Gängen. Die Band wird ihre dritte „S Club United“ Tour im April 2003 beginnen.

Die Veröffentlichung der neuen Single und des vierten Albums im November sind der Startschuss für ein Jahr voller Arbeit, das S Club weltweit noch mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken wird. In den meisten Märkten der Welt ist S Club längst etabliert. Sie waren auf Platz Eins der Charts in Australien, Neuseeland und Irland. Goldene Schallplatten haben sie unter anderem in Chile, Mexico und den USA bekommen, eine Platin-Auszeichnung gab es in Kanada.

Doch das Vereinigte Königreich ist immer noch ihr stärkster Markt. Letztes Jahr konnten sie mit „Have You Ever“ ihren vierten Nummer Eins- Erfolg feiern. Sie haben mehr als 2.1 Millionen Schallplatten in England verkauft und ihr letztes Album „Sunshine“ wurde nach nur acht Wochen mit vierfach Platin ausgezeichnet.

Wie sagt Bradley so schön: „Ich finde es toll, dass wir eine erfolgreiche Band sind. Wir hätten auch problemlos als schlechter Scherz verstanden werden können, die Band, die es fünf Minuten lang gab. Doch stattdessen sind wir recht erfolgreich, dafür haben wir hart gearbeitet. Ich bin stolz auch mich und ich bin stolz auf jeden in der Band!